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Waldrapp-Küken werden in Karlsruhe aufgezogen

Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützt mit 30.000 Euro / Art zählt zu den gefährdetsten Vogelarten der Welt

Die Waldrapp-Küken werden in Karlsruhe von ihren menschlichen Ziehmüttern versorgt. Zoogäste können die Tiere in der Aufzuchtstation beobachten. Die Waldrapp-Küken werden in Karlsruhe von ihren menschlichen Ziehmüttern versorgt. Zoogäste können die Tiere in der Aufzuchtstation beobachten. © Helena Wehner

Im Zoo Karlsruhe wurde in den vergangenen Wochen eine Aufzuchtstation eingerichtet. Dort kommen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag 35 Waldrapp-Küken mit ihren Ziehmüttern aus dem Tierpark Rosegg in Kärnten (Österreich) an. Sie werden im Zoo Karlsruhe weiter von ihren Ziehmüttern versorgt und übersiedeln im Mai mit ihnen gemeinsam nach Binningen am Bodensee. Dort erhalten sie ihr Flugtraining und fliegen im August – begleitet von ihren Ziehmüttern in Ultraleichtflugzeugen – in ihr Überwinterungsgebiet nach Spanien.

"Der Waldrapp ist eine der gefährdetsten Vogelarten der Welt. Wir sind sehr stolz, dass wir uns hier im Zoo Karlsruhe mit dem Standort der Aufzuchtstation am Erhaltungs- und Auswilderungsprogramm beteiligen dürfen", freut sich Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt über die Tier-Zugänge aus Österreich. Er hat das Projekt in den vergangenen Jahren bereits am Bodensee besucht und ist selbst schon dort mit dem Ultraleichtflugzeug geflogen.

Waldrapp-Flugtraining begleitet von ihren Ziehmüttern in Ultraleichtflugzeugen.

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützte das Projekt in der Vergangenheit mit 20.000 Euro jährlich, in diesem Jahr werden es sogar rund 30.000 Euro sein. „Für uns ist es etwas ganz Besonderes, diese Art und vor allem die sehr aufwendige Aufzucht unseren Zoogästen zeigen zu können. Wir wollen so auch die Menschen hier vor Ort für die Gefährdungslage dieser Art sensibilisieren“, erläutert Reinschmidt.
"Wir freuen uns, dass der Zoo Karlsruhe, der das Projekt schon seit Jahren über seine Stiftung unterstützt, in diesem Jahr einen geeigneten Platz für die Handaufzucht zur Verfügung stellt", betont Johannes Fritz, Projektmanager und Gründer von Waldrappteam Conservation & Research.

In diesem Jahr stelle der menschengeführte Vogelzug mit dem neuen Ziel Andalusien eine besondere Herausforderung für das europäische Projekt dar. Bisher wurden die Tiere von Überlingen aus in die Toskana geleitet. Da die Vögel dieser Kolonie aber zunehmend Probleme bei der Querung der Alpen im Herbst zeigen, wurde nun der neue Platz in Spanien als Wintergebiet gewählt. Auf dieser neuen Migrationsroute können die Vögel die Alpen umfliegen.

Der Waldrapp war in der Natur ausgestorben. Die Tiere müssen die Flugrouten vom Menschen erlernen.

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