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Volldampf voraus beim Kraftwerk

Blick auf das Rheinhafen-Dampfkraftwerk am Rhein. Blick auf das Rheinhafen-Dampfkraftwerk am Rhein. © Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Georg Hertweck

Rückenwind für den Kraftwerkstandort Karlsruhe: Mit breiter Mehrheit unterstützt der Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss die EnBW, ein neues, ­wasserstofffähiges „Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe“ (RDK9) zu bauen. Das vom Bund geplante Kraftwerksicherheitsgesetz sieht eine erste Ausschreibung für Reservekraftwerke Mitte 2026 vor. Die EnBW beabsichtigt ein Gebot abzugeben und benötigt hierfür Planungssicherheit. Rechtliche Konsequenzen hat der ­Ratsbeschluss noch keine, die Stadt sagte jedoch zu, entsprechende Verfahren mit höchster Priorität zu behandeln.

Das Kraftwerk soll zunächst mit Erdgas, später dann mit Wasserstoff betrieben werden und im süddeutschen Raum zu geringe Kapazitäten von Erneuerbaren Energien – etwa bei Windstille – ausgleichen. Generell bejahe sie den von der Wissenschaft geforderten Einsatz flexibler Gaskraftwerke, sagte Dr. Sonja Klingert (GRÜNE). Gleichwohl müsse man Versorgungssicherheit und Klimaschutz gemeinsam denken. Die Grünen beantragten daher einen städtebaulichen Vertrag mit der EnBW, der etwa die maximale Volllast deckeln könnte, solange noch Gas statt Wasserstoff genutzt wird. Dabei bezogen sie sich auf ein Beispiel aus Heilbronn. Die Verwaltung sagte eine Prüfung zu.

Dr. Thomas Müller (CDU) war der Meinung, dass das Kraftwerk ein Argument sei, an das Wasserstoffkernnetz angeschlossen zu werden. Darüber hinaus sah Dr. Anton Huber (SPD) eine weitere Option für die Fernwärmeversorgung. Ein klares Ja kam auch von Petra Lorenz (FDP/FW) zur EnBW-Kraftwerkstrategie. „Kein Kraftwerk ist auch keine Lösung“, meinte Fabian Gaukel (Volt). Die Energiewende lasse sich nicht aufhalten. Erdgas ersetze Kohle, die derzeit vom benachbarten RDK8 verbrannt werde, so Gaukel weiter. Michael Haug (KAL) pflichtete dem bei und forderte zudem, den Einsatz von Flusswärmepumpen und Geothermie zu prüfen. Effektive Speicherlösungen waren Anne-Kathrin Berghoff (Die Linke) ein weiteres Anliegen.

Die AfD stimmte geschlossen gegen die Planungen: Die Energiewende und Wasserstoff seien zu teuer. Da das Kraftwerk nur zur Spitzenlast laufe, sei es für die Fernwärme unbrauchbar.

Friedemann Kalmbach (FÜR) meinte, die Hoffnung für Fernwärme könne man beerdigen. „Wir brauchen eine Wasserstoffanbindung“, sah Kalmbach eine Chance mit RDK9 für Karlsruhe. -has-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 19 am 9. Mai 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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