Acht Stadtteilhäuser gibt es in Karlsruhe – in Daxlanden, Knielingen, Mühlburg, Oberreut, in der Nordweststadt, Südstadt, Südweststadt und der Waldstadt. Sie dienen der sozialen Quartiersentwicklung und fördern den Zusammenhalt in der Bürgerschaft. Zum 1. Januar 2024 traten neue Grundsätze zur Förderung der Stadtteilhäuser in Kraft, die der Gemeinderat im Sommer 2023 beschlossen hatte. Aus ehemaligen Bürgerzentren wurden Stadtteilhäuser, es folgte ein Transformationsprozess: Angebote sollten neu strukturiert werden, breit aufgestellt sein und vielfältige Angebote für unterschiedliche Zielgruppen bieten. Ende Juli wurde im Gremium nun ein erster Sachstandsbericht vorgestellt.
Das Fazit ist positiv: Die meisten Einrichtungen erfüllten bereits vor Inkrafttreten der neuen Fördergrundsätze die Anforderungen. Zudem konnte in den vergangenen beiden Jahren das Angebot ausgebaut werden. Neben verpflichtenden Basismodulen (Begegnung, Partizipation, Teilhabe, Beratung, Information und Beratung, Engagement) kann jedes Stadtteilhaus zusätzliche Aufbaumodule entwickeln und anbieten – beispielsweise Angebote zu Bildung, Kultur, Gesundheit oder auch stadtteilbezogene Projekte.
Von Spielenachmittagen bis hin zu Angeboten für Senioren
Im Jahr 2025 boten die acht Stadtteilhäuser insgesamt rund 3.250 Angebote unterschiedlichster Art an – von Spielenachmittagen über offene Nähtreffs bis hin zu Hausaufgabenhilfe und Medienberatung für Senioren. Rund die Hälfte der Angebote war offen für alle Interessierten und wurde regelmäßig realisiert – wöchentlich, monatlich oder mehrmals im Jahr. Hinzu kamen mehr als 770 Einzelveranstaltungen, zu denen grundsätzlich alle Stadtteilbewohner und Interessierte eingeladen waren.
Die Träger der Stadtteilhäuser bewerten den Transformationsprozess grundsätzlich als „gut stemmbar“, auch die Möglichkeit der individuellen Schwerpunktsetzung hebt der Bericht positiv hervor. Kritikpunkte an der Trennschärfe einzelner Module wiederum wurden an das zuständige Amt für Stadtentwicklung weitergegeben. Im Rahmen des Arbeitskreises der Stadtteilhäuser wird für 2027 eine Evaluation der Fördergrundsätze vorbereitet.
Im Zuge der Haushaltssicherung der städtischen Finanzen wurden die Zuschüsse für die Stadtteilhäuser rückwirkend zum 1. Januar 2026 gekürzt. Statt wie bisher 227.000 Euro Förderung beläuft sich das Gesamtbudget nur noch auf 187.000 Euro. Dadurch soll der derzeit geförderte Bestand erhalten bleiben. Einer nötigen Anpassung der Fördergrundsätze stimmte der Gemeinderat mehrheitlich zu. OB Dr. Frank Mentrup bekräftigte die Absicht der Stadtverwaltung, die Stadtteilhäuser auch weiterhin zu unterstützen – man wolle nicht noch weiter runtergehen mit den Zuschüssen, so Mentrup.
Lob für gelungenen Transformationsprozess
Als „Kitt, der die Stadtgesellschaft zusammenhält“ bezeichnete FDP-Stadtrat Thomas Hock die Stadtteilhäuser. Seine Fraktion lehnte die Kürzung beziehungsweise die Änderung der Fördergrundsätze geschlossen ab. Auch Lüppo Cramer (KAL) äußerte Kritik an der Vorlage und fragte nach den konkreten Auswirkungen der Kürzungen. „Enorme Vorteile“ für die Stadtteile, sah CDU-Stadtrat Dr. Thomas Müller durch die Arbeit der Stadtteilhäuser erfüllt. Weiteren Zuschusskürzungen erteilte er eine Absage. Mathias Tröndle (SPD) dankte dem Amt für Stadtentwicklung für die ausführliche Vorlage und bezeichnete den Transformationsprozess als „grundsätzlich gelungen“. Die Diversität des Angebots begrüßte Jorinda Fahringer (Grüne). Sie erinnerte daran, dass die Unterstützung der Stadtteilhäuser durch die Stadt eine rein freiwillige Leistung sei. „Den Stadtteilhäusern gehört die Zukunft. In jedem Stadtteil müsste es eines geben“, zog Friedemann Kalmbach (FÜR) eine positive Bilanz. -jd-