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"Sehr berührender Austausch"

Bilanz der Städtepartnerschaft mit Winnyzja im Gemeinderat vorgestellt

Städtepartnerschaft Winnyzja, Unterzeichnung der Urkunde Im April 2023 unterzeichneten die Oberbürgermeister von Winnyzja und Karlsruhe, Serhii Morhunov und Dr. Frank Mentrup, die Partnerschaftsvereinbarung. © Sergo Spirit, Stadt Winnyzja

"Ein großes Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls": Mit diesen Worten beschreibt Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup das Engagement der Stadt Karlsruhe in der Partnerschaft mit Winnyzja. Mehr als drei Jahre nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs ist die Unterstützung für die Menschen in der Ukraine ungebrochen, wie die Bilanz von Hauptamtsleiter Tobias Kröger zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung unterstrich.

Zu Beginn Soforthilfe

Deutlich wurde dabei, wie die Partnerschaft sich kontinuierlich entwickelt. Zu Beginn stand unmittelbare Soforthilfe im Fokus – auch vor dem Hintergrund, dass Winnyzja rund 40.000 Binnenflüchtlinge zu versorgen hatte. Wärmeinseln, Generatoren, Feuerwehr- und Müllfahrzeuge sowie medizinisches Gerät halfen die Not zu lindern. Unter dem Motto "Eine Auszeit vom Krieg" wurden außerdem seit 2023 Herbst- und Sommercamps für Kinder organisiert, deren Eltern im Krieg getötet oder verletzt wurden. Für alle diese Aktivitäten gelang es der Verwaltung, Spenden in Höhe von rund 141.000 Euro einzuwerben.

 

Winnyzja. Übergabe des am 16.Mai in Karlsruhe gestarteten Feuerwehrautos

Fördermittel für Projekte einwerben

Parallel dazu begann der Aufbau verschiedener Projekte, wie etwa die Fortschreibung und Implementierung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts in Winnyzja oder Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs im Zentrum der Partnerstadt im Rahmen des Nakopa-Programms. Auch hierfür gab es Fördergelder, deren Höhe Kröger auf rund 580.000 Euro bezifferte. Ein Teil davon fließt in die Personalkosten für die Stelle von Hauptamts-Mitarbeiterin Isabel Fertig, deren Engagement in der Partnerschaft mit Winnyzja von OB Mentrup besonders hervorgehoben wurde. Auch zukünftig verfolge die Stadt das "Agentur-Modell" bei der Entwicklung von Projekten, erläuterte der Hauptamtsleiter, "wir probieren, alle Möglichkeiten zu ziehen und Drittmittel einzuwerben". Hierbei setzten er und sein Team weiter auf die Unterstützung aus der gesamten Stadtverwaltung, bei er "eine immense Identifikation mit dem Thema“ feststelle, so Kröger.

Bild des Straßenbahndepots in Winnyzja

Regionaler Aspekt

"Wir müssen schauen, dass die Förderung weiterläuft“, bekräftigte auch der Oberbürgermeister. Zudem solle der regionale Aspekt vorangetrieben werden. So habe beispielsweise Ettlingen Interesse an einer Partnerkommune in der Ukraine und auch zwischen dem Landkreis Karlsruhe und der Region Winnyzja gebe es erste Kontakte. Aus den Reihen des Gemeinderats sprach Benjamin Bauer (Grüne) von einem „lebendigen und persönlich sehr berührenden Austausch, der die Menschen zusammenbringt“. Lüppo Cramer (KAL), der ebenso wie Bauer und Fabian Gaukel (Volt) bereits nach Winnyzja gereist war, blieb insbesondere die „sehr bedrückende Situation“ des Aufenthalts im Luftschutzbunker in Erinnerung. Während Dr. Anton Huber (SPD) eine weitere moralische Unterstützung der Ukraine forderte, formulierte Tilman Pfannkuch (CDU) als Ziel „die Begegnung der Bürgerinnen und Bürger“.

Karte aus Winnyzja

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 32 am 8. August 2025.

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