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"Schüler*innentage 2025": Akrobatik und Demokratie

Über 800 Teilnehmende tauschen sich auf dem Maccaroni-Gelände in Workshops und Gesprächen aus

Wie sieht eigentlich ein Löschfahrzeug von innen aus? Dieser Frage konnten die Schülerinnen und Schüler bei den Schüler*innentagen 2025 auf den Grund gehen. Wie sieht eigentlich ein Löschfahrzeug von innen aus? Dieser Frage konnten die Schülerinnen und Schüler bei den Schüler*innentagen 2025 auf den Grund gehen. © Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Monika Müller-Gmelin

Zwischen bunten Zirkuszelten, heißen Sonnenstrahlen und kalter Limo trafen sich in der vergangenen Woche junge Menschen, um über Themen zu sprechen, die sie bewegen. Die Schüler*innentage 2025, organisiert auf dem Gelände des Kinder- und Jugendzirkus Maccaroni von einem 14-köpfigen Team aus Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, bieten abseits des Klassenzimmers eine Reihe interessanter Veranstaltungen und viel Platz für Austausch.

Gedankenaustausch zu aktuellen Themen

Ein Blick auf die Tafel am Eingang verrät: Alle Workshops sind voll. Themen wie „Fast Fashion“, „Cannabis: Mythen, Fakten und eure Fragen“, „Lebensrealität Menschenhandel & Prostitution“ oder „Was ist eigentlich Klassismus?“ treffen offenbar den Nerv der Jugendlichen. Unter den gestreiften Zeltdächern sitzen kleine Gruppen im Schatten, diskutieren mit Expertinnen und Experten, tauschen Gedanken aus. In der Halle76 stapeln sich Menschen unter Anleitung der „Escuela de la Comedia y el Mimo“ aus Nicaragua zu akrobatischen Pyramiden. Auf dem ehemaligen Parkplatz zeigen Mitarbeitende der Branddirektion das Innenleben eines Löschfahrzeugs.

Lernen, erleben und entspannen

Neu ist in diesem Jahr ein „Keynote“-Format, bei dem Sprecherinnen und Sprecher für zwanzigminütige Vorträge unter das große Zirkuszelt einladen. Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup war erstmalig dabei und stellte sich den Fragen der Jugendlichen – ebenso wie einzelne Mitglieder des Gemeinderats. Mit KIT, Waldpädagogik, Deutschem Roten Kreuz, Seenotrettung, Team Sauberes Karlsruhe, Bundesverfassungsgericht sowie Bundesgerichtshof sind die Workshops hochkarätig besetzt. Sie umfassen nicht nur Wissensvermittlung: Bewegungsangebote und das beliebte „Soundhealing mit dem Gong“ sorgen dafür, dass Lernen, Erleben und Entspannung Hand in Hand gehen.

Auch ein "Awareness-Konzept" haben sich die Mitglieder des Orga-Teams überlegt – mit einem bestimmten Wort, womit Betroffene unauffällig unangenehme Situationen wie Beleidigungen oder Belästigungen anzeigen und um Unterstützung bitten können. "Jeder soll hier eine positive Erinnerung mitnehmen", erklären die Jugendlichen. Gebraucht wurde das Codewort glücklicherweise nicht.

Das Orga-Team, bestehend aus Annika, Florentine, Kito, Joris, Lis, Luna, Martha, Michel, Milo, Miriam, Paulinus, Sophie, Ture und Urte mit Daniel Melchien (stja-Geschäftsführer), Projektleiter Jonathan (1. u. 2. v.l.)  und Franziska von Andrian-Werburg (Leiterin Umwelt- und Arbeitsschutz)  (r.).

Daniel Melchien, Geschäftsführer des Stadtjugendausschusses, hebt die Eigenständigkeit der Jugendlichen bei der Organisation der Veranstaltung hervor: „Es sind Themen, auf die die jungen Leute Lust haben. Unsere Welt wird immer komplexer – und hier tauschen sie sich zu wichtigen Fragen aus: Was bedeuten Demokratie, Diskriminierung und Teilhabe? Wo gibt es Ungerechtigkeit?“

Fast 800 Anmeldungen gab es in diesem Jahr – rund 200 weniger als 2024. Ein Grund dafür liegt aus Sicht des Orga-Teams bei den Schulen selbst. Mehrere Schulleitungen verweigerten die Teilnahme ihrer Schüler mit Hinweis auf den nahenden Notenschluss. Melchien betont: „Die Skepsis mancher Schulleitungen ist verständlich, denn Schule ist wichtig. Doch wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum Unterricht.“

Wer Lust bekommen hat, sich bei der Organisation für die nächste Ausgabe einzubringen, kann sich über die Kontaktdaten auf der Webseite der Schüler*innentage oder den Instagram-Account melden.

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 29 am 18. Juli 2025.

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