Beim Thema Bahnübergang am Brunnenstückweg in Rüppurr kann man dem Gemeinderat eines auf keinen Fall vorwerfen: Leicht gemacht haben sich die Mitglieder des Gremiums die Entscheidung nicht. Es bedurfte mehrerer Runden auch in den Fachausschüssen, ehe nun der endgültige Beschluss fiel, die ebenerdige Gleisquerung durch eine Brücke zu ersetzen. Sieben Gegenstimmen zeigen indes, dass das Projekt nicht auf einhellige Zustimmung stößt.
„Am Ende überwiegen die Vorteile“, brachte Ceren Akbaba (Grüne) die Stimmung ihrer Fraktion zum Ausdruck. Hierzu zähle beispielsweise, dass Rettungsfahrzeuge nicht vor den Schranken warten müssten. Auch für Dirk Müller (CDU) gaben die zu erwartenden langen Bahnübergangsschließzeiten den Ausschlag für die Zustimmung, während Dr. Raphael Fechler (SPD) ein „hohes Maß an Planungssicherheit“ als Gewinn hervorhob. Oliver Schnell (AfD) und Fabian Gaukel (Volt) nannten die nahezu komplette Kostenübernahme durch die Deutsche Bahn als Vorteil. Allerdings müsse die Stadt bei dem auf rund 25 Millionen Euro veranschlagten Projekt erst einmal in Vorleistung gehen, gab Petra Lorenz (FDP/FW) zu bedenken.
Zusammen mit den beiden Einzelstadträten Max Braun und Friedemann Kalmbach lehnte die KAL-Fraktion den Beschluss ab. Die Ratsmehrheit interessiere sich nicht „für umweltpolitische Belange und für die Meinung der Bürger“, monierte Lüppo Cramer. Anne Berghoff (Die Linke) begründete die Ablehnung mit schwerwiegenden Eingriffen in das Landschaftsschutzgebiet.
Dem Ratsbeschluss zufolge ist der Brückenbau für 2029/30 geplant. Das rund 320 Meter lange Bauwerk mit einer sieben Meter breiten Fahrbahn soll leicht nördlich des jetzigen Bahnübergangs entstehen und die Sportanlagen sowie die landwirtschaftlichen Betriebe jenseits der Bahn an Rüppurr anbinden. -eck-