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Rückhalt für den sozialen Arbeitsmarkt

Strategie vorgestellt / Förderaufruf für Projektanträge

Foto Eingang des Rathauses Karlsruhe am Marktplatz mit Schriftzug Rathaus © Stadt Karlsruhe, Roland Fränkle

Durch gezielte Fördermaßnahmen soziale Teilhabe verbessern und die Integration von benachteiligten Personen in den Arbeitsmarkt fördern – dieses Ziel verfolgt der „Arbeitskreis Europäischer Sozialfonds (ESF) und Gesamtkonzept Sozialer Arbeitsmarkt der Stadt Karlsruhe“. Seine Strategie für 2027/28 hat der Arbeitskreis nun bei einer Informationsveranstaltung in der Bildungsakademie der Handwerkskammer vorgestellt.

Innovative Projekte im Fokus

Dank des Europäischen Sozialfonds Plus können lokale Träger passgenaue Bildungs- und Beschäftigungsprojekte anbieten. Ein Teil der Mittel, die Baden-Württemberg aus dem ESF Plus bekommt, werden auf kommunaler Ebene vergeben, um Projekte zu fördern. In Karlsruhe stehen jährlich 338.000 Euro von der EU zur Verfügung. Die Träger sind nun aufgerufen, bis Anfang Juni interessante und innovative Projekte zu entwickeln und entsprechende Anträge zu stellen.

Großes Potential für Qualifizierung

Welche Zielgruppen besonders im Fokus stehen, erläuterten Sozialbürgermeisterin Yvette Melchien und Johanna Hopfengärtner, Prokuristin der ESF-Geschäftsstelle. So liegt der Schwerpunkt auf Maßnahmen für Alleinerziehende vorrangig mit kleinen Kindern, Frauen mit Gewalterfahrungen sowie Langzeitarbeitslosen mit multiplen Vermittlungshemmnissen. Auch Arbeitslose und arbeitssuchende Bürgergeldempfänger unter 30 Jahren stehen im Fokus. „Hier sehen wir großes Potenzial für Qualifizierung“, so Hopfengärtner. Zudem steigt die Zahl der Jugendlichen, die die allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen, seit Jahren kontinuierlich an. Hier könnten Projekte mit dem Ziel ansetzen, den Schulabbruch zu vermeiden und die Ausbildungsfähigkeit zu verbessern. Für Menschen mit Migrationshintergrund müsse außerdem der Zugang zu Arbeit, Qualifikation und Bildung verbessert werden. Noch immer gebe es „hohe Hürden“. Konkret wünscht sich der Arbeitskreis Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung für Teilnehmende mit Erziehungsverantwortung in allen Projektanträgen.

"Dramatische Situation" des Haushalts

Yvette Melchien machte den „klaren Rückhalt des Gemeinderates und der Verwaltung“ für das Gesamtkonzept Sozialer Arbeitsmarkt in Karlsruhe deutlich. Dieser sei trotz der „dramatischen Situation“ des städtischen Haushalts zu keiner Zeit in Frage gestellt, so die Bürgermeisterin. Der regionale ESF ermögliche es nicht nur, flexibel auf Bedarfe zu reagieren, sondern gebe den Trägern auch Planungssicherheit und schließe Lücken im Fördersystem, so Melchien.

Arbeitslos waren im Stadtkreis Karlsruhe mit Stand Dezember 2025 insgesamt 8.691 Personen, 372 mehr als im Dezember des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,0 Prozent. Die Zahl der Menschen, die länger als fünf Jahre arbeitslos ist, hat sich seit 2019 kontinuierlich erhöht und erreichte 2025 mit 412 Personen einen neuen Höchststand. -jd-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 14/15 am 03. April 2026. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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