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Plage kommt auf sechs Beinen daher

Stadtverwaltung will invasive Ameisenarten eindämmen / Fehlen von Fressfeinden begünstigt Ausbreitung

Tapinoma magnum breitet sich in der Region aus. Tapinoma magnum breitet sich in der Region aus. © Bellersheim

Für großes Interesse sorgte eine Informationsveranstaltung zu invasiven Ameisenarten im Karlsruher Rathaus. Die Veranstaltung sei der Auftakt eines umfassenden Vorgehens, kündigte Karen Eßrich an, die sich im Gartenbauamt mit diesem Thema beschäftigt.

Welche invasiven Ameisenarten gibt es in Karlsruhe derzeit?

Es wurden zwei Arten festgestellt, informierte Dr. Manfred Verhaagh vom Naturkundemuseum: Tapinoma magnum (Große Drüsenameise) und Lasius neglectus (Vergessene Wegameise). Beide bilden sogenannte Superkolonien, also Netzwerke aus verschiedenen Nestern mit mehreren Königinnen.

Woher kommen die Ameisen?

Die Tiere wurden wohl über befallene mediterrane Pflanzen eingeschleppt. Hierauf lässt das erste Auftreten im Umfeld von Gartencentern schließen.

Warum sind die invasiven ​Ameisen problematisch?

Sie mögen sandige Böden und kommen vor allem im urbanen Raum vor, wo sie beim Nestbau auch Gehwege unterhöhlen. Sie können sogar in Häuser eindringen. Weil es hierzulande keine bekannten Fressfeinde gibt, können sich die Ameisen ausbreiten.

Wie kann man vorgehen?

Wichtig ist Prävention: Es sollten keine befallenen Pflanzen gekauft werden. Außerdem empfiehlt es sich, Blattläuse als Nahrungsquelle der Ameisen zu ­bekämpfen, sowie physische Barrieren aus Vaseline oder Kieselgur anzulegen. Derzeit bestes Mittel zur Schwächung bestehender Kolonien ist heißes Wasser oder Wasserdampf. Chemische Abwehr ist nur durch Schädlingsbekämpfer möglich. Da Ameisen lernfähig sind und Fraßköder ablehnen können, müssen diese regelmäßig gewechselt werden. Der Einsatz von Giften bedarf Sorgfalt und Fachkenntnis.

Was sind die nächsten Schritte?

Die Stadtverwaltung wird ab Herbst testweise über ein Heißwassergerät zur Bekämpfung verfügen. Bis dahin sollen Verdachtsfälle gemeldet werden (ameisen@karlsruhe.de). Hinweise zur Erkennung der Arten gibt es auf der städtischen Webseite. Die Stadt übernimmt die Koordination der Bekämpfungsmaßnahmen zwischen öffentlichen Trägern, Institutionen und Privatpersonen. Bürgermeisterin Lisbach sagt dazu: „Die Eindämmung der invasiven Ameisen wird ein Marathon, kein Sprint. Keine Seite wird diese Herausforderung allein bewältigen können.“ -kau-

karlsruhe.de/ameisen

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 32 am 8. August 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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