Karlsruhe und Maschinenbau gehören zusammen – dass das so ist und dass Karlsruhe dafür inzwischen auch international bekannt ist, dafür sorgten Männer (und es waren aufgrund der historischen Umstände tatsächlich vor allem Männer) wie Franz Grashof, der am 11. Juli 1826 in Düsseldorf geboren wurde.
Nach einer Schlosserlehre und dem Militärdienst studierte Grashof am Königlichen Gewerbeinstitut in Berlin Mathematik, Physik und Maschinenbau und arbeitete danach als Lehrer für Mathematik und Mechanik am Gewerbeinstitut in Berlin. Am 12. Mai 1856 gründete er zusammen mit weiteren Männern den „Verein Deutscher Ingenieure“ (VDI). Das erste weibliche Mitglied, Ilse Knott-Ter Meer, trat erst rund 70 Jahre nach seiner Gründung in den VDI ein. Grashof übernahm die Geschäftsführung des Vereins und die Redaktion der Zeitschrift des VDI. Durch seine Veröffentlichungen dort erwarb er sich einen wissenschaftlichen Ruf, so dass ihn die Universität Rostock 1860 zum Dr. h.c. (Ehrendoktor) ernannte. Eine Doktorarbeit hatte er hierfür nicht vorgelegt. 1863 wurde Grashof vom badischen Großherzog Friedrich I. an das Polytechnikum Karlsruhe, den Vorläufer des heutigen KIT, berufen. Als Professor für theoretische Maschinenlehre trug er mit seinen grundlegenden Lehrbüchern und anderen Veröffentlichungen zur Begründung des wissenschaftlichen Maschinenbaus bei.
Vor allem seinem Engagement war es zu verdanken, dass das Polytechnikum 1865 eine weitgehende Gleichstellung mit Universitäten erhielt. Zwischen 1867 und 1886 war Grashof mehrmals Rektor der Karlsruher Hochschule. 1877 bis 1882 und 1887 bis 1890 vertrat er sie in der Ersten Kammer der Badischen Ständeversammlung. In Karlsruhe war er zudem viele Jahre Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins.
Heute erinnert an der Beiertheimer Allee ein 1894 vom VDI gestiftetes Denkmal an den 1893 in Karlsruhe verstorbenen Wissenschaftler. Zudem wurde drei Jahre nach seinem Tod in der Weststadt die Grashofstraße nach ihm benannt. -nüb-