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"Orange the World"

Karlsruhe setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Eine für die "Orange Days" verpackte Skulptur. Eine für die "Orange Days" verpackte Skulptur. © KI-generiert, Francis Karat Kollektiv

Zum Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen am Dienstag, 25. November 2025, beteiligt sich die Stadt Karlsruhe an der UN-Kampagne "Orange the World". Gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv Francis Karat und der Künstleragentur ato verhüllt sie ausgewählte Denkmäler im Stadtgebiet für insgesamt 16 Tage in Orange.
Mit dieser Intervention werden Orte des Alltags in den Fokus gerückt. Die Denkmäler bleiben dieselben – doch ihre Wahrnehmung verändert sich. Für einen Moment werden sie zu sichtbaren Zeichen für Schutz, Fürsorge und Aufmerksamkeit. Die Aktion knüpft an die internationale Kampagne "Orange the World" an und macht das Thema Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum erfahrbar. Eine vollständige Liste der beteiligten Skulpturen und Standorte ist auf der städtischen Veranstaltungsseite zu finden.

Jede vierte Frau erlebt Gewalt in der Partnerschaft

Gewalt gegen Frauen bleibt ein gesellschaftliches Problem. Rund 35 Prozent aller Frauen sind laut einer Studie der Europäischen Grundrechteagentur (2014) mindestens einmal in ihrem Leben von physischer oder sexueller Gewalt betroffen; jede vierte Frau erlebt Gewalt in der Partnerschaft. Expertinnen und Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus. Während und nach der Corona-Pandemie hat sich die Lage für viele Frauen zusätzlich verschärft: Beratungsstellen, Hilfetelefone und polizeiliche Statistiken verzeichneten Anstiege häuslicher Gewalt. Isolation, ökonomische Unsicherheit und eingeschränkte Unterstützungssysteme wirkten als Verstärker.

Als Wissenschaftsstadt sieht Karlsruhe eine besondere Verantwortung in Aufklärung und Bildung. Das Wissenschaftsbüro nutzt daher in einer gemeinschaftlichen Aktion mit dem Kulturamt und dem Gleichstellungsbüro den öffentlichen Raum daher als Impulsraum, in dem starke visuelle Signale neue Blickwinkel eröffnen sollen. Ziel ist es nicht, quantitative Messgrößen zu erzeugen, sondern Wahrnehmung zu lenken, Gespräche anzuregen und Bewusstsein zu schaffen.

Über QR-Codes erklärende Informationen

Über QR-Codes an den verhüllten Denkmälern gelangen Passantinnen und Passanten zur städtischen Informationsseite zu „Orange the World“. Dort finden sich Hintergrundinformationen, Hilfsangebote, Unterstützungsstrukturen, eine Übersicht der begleitenden Veranstaltungen sowie die vollständige Liste der teilnehmenden Skulpturen. So verbindet die Aktion den physischen Stadtraum mit dem digitalen Informationsangebot der Stadt.

Die konzeptionelle Entwicklung stammt vom Kollektiv Francis Karat, das sich intensiv mit Erinnerungskultur und kollaborativen Formen gesellschaftlicher Reflexion beschäftigt. In Zusammenarbeit mit ato entsteht eine künstlerische Intervention, die Orte in der Stadt neu lesbar macht und gesellschaftliche Sensibilität sichtbar in den Stadtraum trägt.

Turmberg leuchtet in Orange

Auch der Stadtteil Durlach leistet seinen Beitrag zum Aktionstag: Am 25. November leuchtet der Turm auf dem Durlacher Hausberg in Orange. Möglich machen dies der Soroptimist International Club Karlsruhe in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Stadtamts Durlach sowie von dm-drogerie markt GmbH + Co.KG. 

Nachdem der SI Club zum "Orange Day" in der Vergangenheit mit Unterstützung des Stadtamts bereits den "Liebesbrunnen" verhüllt und orange Fahnen aus dem Fenstern des Rathauses gehängt hatte, erfolgt nun schon zum zweiten Mal die besondere Turmberg-Beleuchtung. Der Soroptimist International Club Karlsruhe sieht neben seinem vielfältigen sozialen Engagement eine hohe Verantwortlichkeit, Frauen und Mädchen mit orangenen Aktionen zu unterstützen, Frauen entschiedene Hilfestellungen zu geben, um Sebstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken. Menschen aber auch aufzuklären, die Dinge beim Namen zu nennen. 

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