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Mehrheit stimmt für Trog-Lösung

Umfahrung Hagsfeld: Gegner befürchten hohe Kosten

Trasse Südumfahrung Hagsfeld Zwischen den Stadtteilen Rintheim (links) und Hagsfeld soll laut Gemeinderatsbeschluss die neue Umgehungsstraße mittels einer Unterführung die Bahnlinie Mannheim – Karlsruhe queren. © Stadt Karlsruhe, Roland Fränkle

War es der endgültige Durchbruch für die Südumfahrung Hagsfeld, oder ein weiteres Kapitel in einer langen Diskussion? Fürs Erste sieht es nach einem Meilenstein aus, denn mit der knappen Mehrheit von 24 zu 20 Stimmen votierte der Karlsruher Gemeinderat Ende März dafür, das aktuell auf Gesamtkosten von 132,5 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben umzusetzen.

3,8 Millionen Euro jährliche Folgekosten

Damit liegt die von der Elfmorgenbruch- zur Haid-und-Neu-Straße unter den Gleisen der Bahnlinie Karlsruhe - Mannheim hindurchführende Trasse deutlich über den bisher in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehenen 70 Millionen Euro. Zu viel, wie die Gegner des Projekts betonten. "Eine Verkehrsplanung von vorgestern" nannte Dr. Clemens Cremer (Grüne) das Vorhaben und befürchtete, dass die Stadt am Ende den Löwenanteil selbst zahlen müsse, wenn Fördermittel von Bund und Land ausblieben. Mit dem Satz "mehr Straßen führen zu mehr Verkehr" forderte Fabian Gaukel (Volt) ein generelles Umdenken in der Mobilität und verwies zudem auf die Folgekosten von rund 3,8 Millionen Euro pro Jahr, während Lüppo Cramer (KAL) die Entlastungswirkung der Südumgehung für zu gering befand: "Die ganzen Hoffnungen, die man den Hagsfeldern macht, werden nicht eintreten". Neuere Untersuchungen hätten ergeben, so führte Cramer aus, dass eher vom Ostring Verkehr abgezogen werde als von der Ortsdurchfahrt Hagsfeld.

Antrag auf Brücken-Variante abgelehnt

Dem hielten die Befürworter entgegen, dass es im Sinne der "Ehrlichkeit und Verlässlichkeit" keine andere Lösung gebe, so Detlef Hofmann (CDU). Projekte immer weiter zu verschieben, "ist auch keine Strategie". Schon bei der Eröffnung des Autobahn-Anschlusses Karlsruhe Nord vor bald zwei Jahrzehnten sei den betroffenen Stadtteilen Entlastung versprochen worden, erinnerte Thomas Hock (FDP/FW). "Für uns steht der Mensch im Vordergrund", versicherte Dr. Raphael Fechler (SPD), die Anwohner in Hagsfeld und Rintheim erwarteten eine Lösung. Allerdings gab Fechler zu bedenken, dass "es im nächsten Doppelhaushalt zum Schwur kommt", wenn es um die Finanzierung gehe. Auch die AfD stimmte für den Baubeschluss, wenngleich sie eher mit einer Brückenlösung sympathisierte. Diese hatte FÜR-Stadtrat Friedemann Kalmbach als – letztlich vom Gemeinderat abgelehnten – Antrag auf die Tagesordnung gebracht. Eine Brücke sei deutlich günstiger und bedeute weniger Eingriffe ins Grundwasser, lauteten seine Argumente. Außerdem warnte AfD-Mann Andreas Seidler davor, dass "wir uns abhängig von der Terminplanung der DB machen". Denn mit der Entscheidung für die Unterführung beginnt die Uhr zu ticken. Von Januar bis Juli 2031 will die Deutsche Bahn den Korridor Mannheim – Karlsruhe grundlegend sanieren. In diesem Zeitraum muss der Trog für die Straße erstellt werden, ansonsten droht eine weitere jahrelange Wartezeit.  -eck-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 14/15 am 4. April 2026.

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