Die Stadt Karlsruhe hatte Bürgerinnen und Bürger, die sich für Klimaschutz interessieren, zum fünften Klimaforum eingeladen. Expertinnen und Experten vom Umwelt- und Arbeitsschutz (UA), der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) und der Stadtwerke Karlsruhe (SWK) haben einen Überblick über die Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität in Karlsruhe gegeben. An Ständen konnten sich Interessierte zudem über städtische Klimaschutzaktivitäten sowie Beratungs- und Förderangebote informieren. Themen waren dabei unter anderem Photovoltaik- und Fernwärmeausbau sowie klimafreundliche Mobilitätslösungen. Schwerpunkte der Vorträge waren der Umsetzungsstand des Klimaschutzkonzepts und des Karlsruher Energieleitplans sowie die integrierte Wärmeleitplanung der Stadtwerke und die Machbarkeitsstudien zu Nahwärmenetzen.
Bürgermeisterin Bettina Lisbach verdeutlichte zu Beginn der Veranstaltung, dass es aufgrund der schwierigen städtischen Haushaltslage im nächsten Doppelhaushalt zu „schmerzhaften Einsparungen beim Klimaschutz“ kommen werden. Dabei werden vor allem jene Maßnahmen gestrichen, „die nicht zwingend notwendig zur Zielerreichung Klimaneutralität 2040 sind“. Karlsruhe hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu sein. Dafür „sind noch große Anstrengungen nötig“, betonte Lisbach. Die Verwaltung setzt unter anderem auf den Ausbau von Photovoltaik (PV). „Der PV-Ausbau schreitet voran“, sagte Franziska von Andrian-Werburg, Leiterin des UA. Ein Ziel sei, dass auch auf dem Rathausdach PV installiert werde.
Dr. Anne Held, Geschäftsführerin der KEK, stellte die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien zu Nahwärmenetzen vor und betonte, dass diese Netze wichtig für das Erreichen der Klimaneutralität seien. „Wir haben nun erste Hinweise für Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit.“ Die Wirtschaftlichkeit hängt, so Held, unter anderem von der Erzeugungstechnologie, der Länge der Rohrleitungen sowie der Zahl der angeschlossenen Haushalte ab. So wäre beispielsweise in Weiherfeld ein Nahwärmenetz in Kombination mit Solarthermie, Großwärmepumpe oder Biomasse denkbar. Insgesamt, bilanzierte Held, sind „die wirtschaftlichen Vorteile von Nahwärme gegenüber einer Wärmepumpe eher begrenzt“.
Dr. Steffen Knapp, Bereichsleiter für Strategie, Handel und Forschung bei den SWK, berichtete, dass ein weiterer Meilenstein erreicht sei: „Wir haben alle Gebäude in Karlsruhe analysiert.“ So könne nun präzise gesagt werden, wo Fernwärme in Frage komme und wo nicht: Bürgerinnen und Bürger können sich das auf der Internetseite der SWK über einen Verfügbarkeitscheck „gebäudescharf“ anzeigen lassen. Das Fazit der Stadtwerke ist, dass eine Wärmepumpe für kleinere Gebäude die bevorzugte Heizart sei. „Daher gibt es nun den Auftrag für die Netzservice, in dem Bereich auszubauen“, sagte Knapp. In Gebieten mit hochverdichteter Bebauung werde Fernwärme ausgebaut. Eine Schwierigkeit dabei sei, die verschiedenen Interessen der Nutzung des öffentlichen Raums unter einen Hut zu bekommen. Dazu stehen die Stadtwerke mit der Verwaltung im Austausch. Knapp und Held betonten beide, dass der Ausbau ökonomisch sein müsse. -gia-