Nicht nur im Becken des Rheinstrandbads schlugen die Wellen hoch, sondern auch in der öffentlichen Diskussion um die von der Verwaltung beabsichtige Schließung des Schwimmbads für zunächst zwei Jahre. Nun können die um ihr Naherholungsziel besorgten Bürgerinnen und Bürger aufatmen: Das "Rappele" bleibt erst einmal geöffnet. Beim Teilhaushalt "Bäder" stimmte der Gemeinderat für einen interfraktionellen Antrag, der den Weiterbetrieb zunächst sichert. Er sieht vor, dass die Stadt in den nächsten beiden Jahren jeweils eine halbe Million Euro für den Badebetrieb bereitstellt. Die Mittel für 2027 sind mit einem Sperrvermerk versehen. Voraussetzung für deren Freigabe ist, dass der zwischenzeitlich gegründete Förderverein gemeinsam mit den Bäderbetrieben ein Konzept erarbeitet und dem Gemeinderat vorlegt.
Ehrenamtliches Engagement unterstützen
Welche Bedeutung das Gremium dem Rheinstrandbad zumisst, wurde bei der Abstimmung deutlich: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup stand mit seinem "Nein" allein auf weiter Flur. "Wir wollen das bürgerschaftliche Engagement unterstützen", bekräftigte Aljoscha Löffler (Grüne), während Detlef Hofmann (CDU) Stimmen aus der Bevölkerung wiedergab: "Die Angst ist einfach groß, dass wenn wir es einmal zu machen, es dann auch zu bleiben wird". Auch Mathias Tröndle (SPD) hoffte darauf, "dass Bäderbetriebe und Förderverein ein gutes Konzept vorlegen werden". Im Hinblick auf den im Jahr 2029 bevorstehenden 100. Geburtstag des Bades und der geplanten Nutzung bei den "World Games" im selben Jahr "darf nicht einfach ein Abgesang stattfinden", appellierte Tröndle. Petra Lorenz (FDP/FW) befand lakonisch "verlieren können wir nichts", während Sonja Döring (KAL) die "essentielle Bedeutung" als Naherholungsziel. Die Verwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, das "Rappele" in den Jahren 2026 und 2027 temporär zu schließen - auch, um in dieser Zeit das Restaurant ausbauen und das Bad ertüchtigen zu können. Dies hätte Einsparungen von gut 900.000 Euro pro Jahr bedeutet.
Eintrittspreise steigen
Ohne Diskussion ging dagegen die Erhöhung der Eintrittspreise in den städtischen Hallen- und Freibädern über die Bühne. Hier müssen Erwachsene künftig 1,50 und Personen mit Ermäßigung einen Euro mehr pro Karte berappen. In der Therme Vierordtbad steigen die Preise um zwei Euro, lediglich bei einer Badezeit von bis zu vier Stunden beträgt die Erhöhung 1,50 Euro. Die dadurch erwarteten Mehreinnahmen von 900.000 Euro pro Jahr fallen indes etwas geringer aus, weil auf mehrheitlichen Wunsch des Gemeinderats das Schulschwimmen von der Preisanpassung ausgenommen wurde.