Kurz laden, dann weiterfahren: Je nach Akkustand dauert das „Tanken“ eines E-Autos an einer Schnellladesäule nur rund 20 Minuten. Insgesamt fünf neue Standorte für das zügige Aufladen gibt es in Karlsruhe (in Summe sind es bereits 34): Neureut (Badnerlandhalle), Oberreut (Wilhelm-Leuschner-Straße), Mühlburg (P+R Parkplatz Kühler Krug), Weststadt (Südliche Hildapromenade, gegenüber Rathaus West) und am Grötzinger Bahnhof. Mit der Inbetriebnahme des Standorts in Grötzingen sind nun alle Ladesäulen in Betrieb, die im Rahmen eines ersten Konzessionsvergabeverfahrens vorgesehen waren. Anfang 2025 hatte sich der Gemeinderat dafür entschieden, der enercity AG den Auftrag zum Bau zu erteilen. Eine der Vorgaben: Die Schnellladesäulen sollen ausschließlich mit Ökostrom betrieben werden.
Für das schnelle Laden zwischendurch
„Die Inbetriebnahme ist ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz“, sagte die Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach bei der Einweihung. Die Standorte seien das Ergebnis einer Bedarfsanalyse gewesen. Im Fokus stand dabei nicht nur der Standort, sondern auch die Art des Ladepunktes. Mit den Schnellladesäulen wird eine Infrastruktur beispielsweise in der Nähe von Ärztehäusern, Supermärkten oder anderen öffentlichen Einrichtungen geschaffen. Die Idee: Das Auto anschließen, kurz die Erledigung machen und dann kurze Zeit später weiterfahren. Am Standort in Grötzingen kommt noch ein weiterer Faktor dazu: Durch seine Lage am Kreuzungspunkt der Bundesstraßen 3 und 10 könnte die Säule auf der Durchreise zum Auftanken genutzt werden, sagt Sören Golinski, Projektmanager bei der enercity AG. Das macht diesen Standort bereits kurz nach seiner Fertigstellung zu dem mit der bislang höchsten Nutzung unter den fünf neuen Standorten.
Derzeit gibt es in Karlsruhe rund 530 öffentlich zugängliche Ladepunkte. 116 davon befinden sich im öffentlichen Straßenraum, der Rest verteilt sich beispielsweise auf Supermarktparkplätze, Parkgaragen und Parkhäuser. Derzeit werden 60 weitere Standorte für öffentliche Ladeinfrastruktur geprüft. Mit diesen Zahlen ist Karlsruhe im baden-württembergischen Vergleich gut aufgestellt. In Mannheim gibt es etwa 450 öffentliche Ladepunkte, in Freiburg sind es rund 370. Stuttgart ist hingegen im Ausbau schon weiter, dort gibt es etwa 1.850 Ladepunkte. Karlsruhe hat sich vorgenommen, die wohnortnahe Ladestruktur im gesamten Stadtgebiet weiter auszubauen. -kau-