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Hitzeaktionsplan verabschiedet

Haushaltslage macht Priorisierung notwendig

Ein Brunnen mit Kirche und Bäumen im Hintergrund. Kirchen bieten kühle Räume an heißen Tagen und Trinkwasserbrunnen sorgen für Flüssigkeitszufuhr. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Der Hitzeaktionsplan ist vom Gemeinderat verabschiedet worden. Er dient als Handlungsrahmen für zukünftige städtische Aktivitäten im Bereich „gesundheitlicher Hitzeschutz“ und gehört zu den 75 Maßnahmen der Klimaanpassungsstrategie.

Bürgermeisterin Bettina Lisbach sagte bei der Sitzung einleitend: „Karlsruhe ist eine sehr heiße Stadt“. Daher gelte es, die Auswirkungen abzumildern. „Beim Hitzeaktionsplan geht es speziell um den Schutz der Gesundheit. Der Fokus liegt auf vulnerablen Gruppen.“ Bei der Umsetzung müsse die Verwaltung allerdings mit Blick auf die Haushaltslage priorisieren.

Maßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen

Der Karlsruher Hitzeaktionsplan umfasst 64 Maßnahmen: 25 Maßnahmen für die Gesamtbevölkerung wie Sensibilisierung und die Bereitstellung von kühlen Räumen oder Trinkwasser im öffentlichen Raum. 39 Maßnahmen gibt es für ausgewählte Risikogruppen, die besonders hitzevulnerabel sind:  Schwangere, Kleinkinder, Hochaltrige, chronische Kranke, Pflegebedürftige und Obdachlose.  „Es geht darum, Leben zu schützen“, betonte Ivo Dujmovic von den Grünen. Der Hitzeaktionsplan zeige auf, wie an heißen Tagen zu handeln sei. AfD-Stadtrat Rouven Stolz forderte ebenso wie Thomas Hock (FDP/FW) eine Priorisierung der Maßnahmen. „Wir müssen herausziehen, was den größten Nutzen bringt“, betonte Hock.

Beteiligung der Zivilgesellschaft

Fabian Gaukel (Volt) sagte, es brauche verschiedene Stufen für verschieden heiße Tage, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Dr. Thomas Müller (CDU) wünschte sich, dass möglichst viele aus der Zivilgesellschaft herangezogen werden, „einen Betrag zu leisten“. SPD-Stadträtin Sibel Uysal sagte, der Aktionsplan müsse in „spürbaren Veränderungen für die Menschen in dieser Stadt münden“ und forderte zudem einen eigenen Plan für Schulen. Michael Haug (KAL) bat die Verwaltung, „Fördermittel zu finden“.

Hitzeaktionspläne sind von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen, um die Bevölkerung umfassend vor den negativen Folgen von Hitzeereignissen zu schützen. Ziel ist, Krankheiten und Todesfälle durch Hitze in der Bevölkerung zu reduzieren – insbesondere durch präventiven Gesundheitsschutz sowie zur Stärkung der Hitzekompetenz.

Der Plan wurde im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Verbundprojekts „Plan°C“ gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Deutschen Institut für Urbanistik entwickelt. Bei der Entwicklung des Plans wurde auch die langjährige Erfahrung französischer Städte wie Nancy, Strasbourg und Toulouse berücksichtigt, die bereits seit über zwanzig Jahren den französischen Hitzeaktionsplan „Plan Canicule“ umsetzen.

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 31 am 1. August 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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