In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit wurde der aktuelle Stand des Photovoltaikausbaus thematisiert. Dr. Anne Held, Geschäftsführerin der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), legte dar, dass es seit 2023 einen deutlichen Zubau von PV-Anlagen in Karlsruhe gegeben hat.
In den letzten zwölf Monaten wurden 18 Megawattpeak (MWp) zugebaut, so dass die installierte PV-Leistung stadtweit nun bei 127 MWp liegt. „Wir müssen noch eine Schippe drauflegen“, sagte Held mit Blick auf das Ziel der Stadt bis zum Jahr 2030 insgesamt 342 MWp installierte Leistung zu haben. Hierfür müssen rund 43 MWp pro Jahr zugebaut werden.
Held betonte zudem, dass sich das Ziel nur erreichen lasse, wenn mehrere große Anlagen mit über einem MWp installiert werden. Großen Einfluss auf die Ausbauzahlen haben ihrer Ansicht nach politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Thomas Gillich, stellvertretender Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft, referierte anschließend über PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden. Inzwischen sind über 60 Anlagen im Betrieb mit einer Gesamtleistung von 3.500 Kilowattpeak (kWp). Weitere 15 Anlagen befinden sich im Bau sowie 30 Anlagen in Planung. „Zunehmend haben wir ‚schwierige Objekte‘“, bei denen der Ausbau technisch komplizierter sei, erklärte Gillich den Ausschussmitgliedern.
So seien beispielsweise Statik, Dämmung, Abdichtung oder Eindeckung unzureichend. Positiv sei die Entwicklung bei sogenannten „Gestattungsprojekten“ – städtische Gebäude, auf denen Dritte wie zum Beispiel Genossenschaften PV-Anlagen installieren. Als Beispiel nannte Gillich die Begegnungsstätte Grötzingen, auf der die BürgerEnergie Karlsruhe eG (BEnKA) eine Anlage mit 99,8 kWp Leistung realisiert hat. Weitere Projekte dieser Art sind unter anderem im Otto-Dullenkopf-Park und der Kita Kentuckyallee geplant.
Um den Ausbau voranzutreiben, hat HGW „ein Experiment“ gewagt, erläuterte Gillich: eine vertikale PV-Anlage, die „wir für deutlich zukunftsträchtiger halten“. Vorteile hierbei seien eine geringere Dachlast, ein breiter, verteilter Tagesertrag ohne Mittagspeak sowie eine bessere Gründachpflege durch geringe Überdeckung. „Der Nachteil ist ein etwas geringerer Ertrag von zirka zwölf Prozent“. -gia-