Blaue Elefantenzahnpasta schäumt aus einem kleinen, selbstgebauten Vulkan. Eine Gruppe Mädchen und Jungen mit Schutzbrillen, Kitteln und Gummihandschuhen beobachtet den Vorgang. Das Experiment wird an einer der vielen Stationen des Forschungscamps 2.0 im Otto-Dullenkopf-Park, einem Ferienprogramm der Mobile Spieleaktion und das Jugendbildungs- und Freizeitwerk, zwei Einrichtungen des Stadtjugendausschusses e.V. (stja), durchgeführt.
„Viele haben noch die Vorstellung von Menschen in weißen Kitteln, wenn sie ans Forschen denken“, meint Ralf Birkner, Leiter der Mobilen Spieleaktion, beim Presserundgang auf dem Gelände. Das Forschungscamp zeigt, dass es auch anders geht. Viele Freiwillige in Alltagskleidung leiten die Kinder zwischen acht und 13 Jahren an. An einer Station wird Nichtnewtonsche Flüssigkeit hergestellt und erklärt, was es damit auf sich hat. Das Experiment mit Wasser und Speisestärke kann auch ganz leicht zu Hause nachgemacht werden. Im Zelt der Malwerkstatt können die Teilnehmenden sich fotografieren und die Bilder dann digital bearbeiten und ausdrucken. Am Experimentiertisch der „Elefantenzahnpasta“ sind dann allerdings doch Kittel, Handschuhe und Schutzbrillen zu sehen. Ein Junge erklärte, warum: „Die Mischung ist ein bisschen ätzend.“ Denn bei dem Versuch wird unter anderem Wasserperoxid verwendet.
Elisabeth Peitzmeier, Geschäftsführerin des stja, sagt: „Kinder sind Forscher- und Entdeckerpersönlichkeiten. Sie entdecken im Spiel, im Ausprobieren.“ Beim Forschercamp 2.0 ist das zwei Wochen lang möglich. Das Ferienprogramm wird von vielen Partnern, Freiwilligen und Ehrenamtlichen unterstützt. „Es ist toll, wie viele sich hier engagieren“, freut sich Bürgermeisterin Bettina Lisbach. „Für die Organisation haben wir kompetente Partner gefunden“, erklärt Peitzmeier. Mit dabei sind unter anderem die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), das CyberForum, die Hochschule Karlsruhe sowie die Kindermalwerkstatt. Das CyberForum hat Fischer-Technik-Bauteile mitgebracht. Mit diesen können die Kinder in einem Zelt Modelle bauen. Ein paar Jungen zeigen Lisbach ihre Murmelbahn mit Beleuchtung und weisen auf komplizierte Details hin.
Das Camp ist nur eins von einer Vielzahl von Ferienangeboten des Stadtjugendausschusses für Kinder und Jugendliche in diesen Sommerferien. Vergangenes Jahr fand das Forschungscamps zum ersten Mal statt. Nun wurde das Konzept weiterentwickelt und experimenteller sowie das Camp vergrößert. Pro Tag kommen rund 150 Kinder und gehen auf eine spannende Entdeckungsreise. Ob es das Forschungscamp im nächsten Jahr wieder geben wird, ist noch ungewiss, erklärt Peitzmeier. Denn eigentlich findet in den Sommerferien immer die Kinderspielstadt „Karlopolis“ statt. Doch aufgrund der Pandemie musste ein anderes, kleineres Konzept gefunden werden. So ist 2021 erstmals das Forschercamp angeboten worden. Da der Vorbereitungsaufwand für Ferienaktionen dieser Größe bei rund einem Jahr liegen, fangen Peitzmeier und ihr Team demnächst bereits an, die Sommeraktionen für 2023 zu planen. Informationen zu den Ferienangeboten des stja gibt es unter www.ferien-karlsruhe.de.
In seiner vergangenen Sitzung hat der Karlsruher Gemeinderat die Richtlinien zur Förderung von Kinderbetreuungseinrichtungen beschlossen und die Beiträge für städtische Horte angepasst.