Es kommt im Gemeinderat selten vor, dass Personen ans Rednerpult treten, die weder dem Gremium noch der Verwaltung angehören. Dieses Privileg wurde Michael Reichert und Christine Tisch zuteil. Als Vertrauenspersonen eines Einwohnerentscheids zur Einrichtung geschützter Radfahrstreifen, sogenannten "Protected Bike Lanes" durften sie ihr Anliegen im Bürgersaal vorstellen. Dieses sei "mit Rücksicht auf die finanzielle Situation formuliert", erklärte Reichert. Es gehe darum, "wie man bei Umbau großer Straßen geschützte Streifen bauen kann". Gerade Kinder und Jugendliche bedürften besonderen Schutzes, ergänzte Tisch und ermunterte zur Umsetzung: "es fehlt nicht an Wissen, es fehlt an Mut". Einmal schon war in Karlsruhe 2022 in der Herrenalber Straße versuchsweise eine solche Radspur eingerichtet worden.
Weitere Behandlung in der "AG Aktive Mobilität +"
Da mit 2.723 gültigen Unterschriften das Quorum erreicht wurde, bestätigte der Gemeinderat einstimmig die Zulässigkeit des Antrags sowie dessen fachliche Begründung. Die weitere Diskussion über das Thema soll nun nach dem Votum des Gremiums in der AG Aktive Mobilität erfolgen. Anschließend werden die Ergebnisse im Planungsausschuss vorgestellt. Von einem Modellversuch, wie ihn die Grüne-Fraktion beantragt hatte, riet die Verwaltung indessen ab. Erst im Nachgang zur "AG Aktive Mobilität +" könne man prüfen, welche Straßen dafür geeignet seien. Grundsätzlich hege er aber großes Interesse an einem Versuch, bekräftigte OB Dr. Frank Mentrup. Es müsse festgestellt werden, ob sich mit "Protected Bike Lanes" das Sicherheitsgefühl der Radler erhöhe und ob Behinderungen durch Falschparker zurückgingen.