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Eine gigantische „Thermoskanne“

Stadtwerke wollen 40 Meter hohen Energiespeicher für Fernwärme-Versorgung bauen

Neue Landmarke im Osten: Visualisierung des künftigen Stadtwerke-
Wärmespeichers am Messplatz Neue Landmarke im Osten: Visualisierung des künftigen Stadtwerke- Wärmespeichers am Messplatz © Büro SOZIA

Bis zu seinem Abriss Anfang der 1990er Jahre war der Gaskessel an der Durlacher Allee Blickfang, Landmarke und Werbeträger in einem. Nun machen sich die Stadtwerke auf, in der Nähe des früheren Standorts einen Nachfolger zu errichten. Der Zweck ist indes ein ganz anderer, denn das neue Bauwerk soll als „Thermoskanne“ dienen.

Während das namensgebende Haushaltsprodukt von eher handlichem Format ist, wird der Wärmespeicher am Ostring stattliche Ausmaße erreichen. Rund 40 Meter wollen die Stadtwerke in die Höhe bauen und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Fernwärmeversorgung leisten.

Aufgabe der gigantischen „Thermoskanne“ mit 20 Metern Durchmesser wird es sein, heißes Wasser zu speichern und bei Bedarf dieses mit einer Heizleistung von bis zu 30 Megawatt ins Netz einzuspeisen. Da die großen Erzeuger von Fernwärme überwiegend im Westen der Stadt sitzen, wollen die Stadtwerke auf diese Weise bei großer Nachfrage insbesondere für die Oststadt und für Durlach ausreichend Kapazitäten bereithalten.

Die Alternative dazu wäre der Bau eines weiteren Heizwerks gewesen. Der Bau des auf einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ veranschlagten Speichers soll laut Stadtwerke voraussichtlich 2028 beginnen und bis 2030 dauern. Weil eine solche „höhere Landmarke auch eine ästhetische Komponente haben sollte“, wie es Bürgermeister Daniel Fluhrer im Planungsausschuss des Gemeinderats formulierte, fand ein kombinierter städtebaulicher Ideen- und hochbaulicher Realisierungswettbewerb statt.

 

Einstige Landmarke: Der alte
Gaskessel.

Der von einem Karlsruher Büro gestaltete Siegerentwurf sieht auf jeder Etage Photovoltaik-Module vor. Diese liefern Strom sowohl für Ladestationen im Quartier als auch für das LED-Lichternetz, das sich über drei Stockwerke des Speichers spannt und für Veranstaltungshinweise oder Imagewerbung genutzt werden kann.

Desweiteren planen die Stadtwerke auch eine Neuentwicklung ihrer Betriebsstelle Ost, einem Überbleibsel des alten Gaswerks. Weil Leistungen andernorts erbracht werden, soll das Gelände mittelfristig für neue Nutzungen frei werden.

Aus diesem Grund umfasst der zum Bau des Speichers erforderliche Bebauungsplan „Gottesaue- / Ostauepark, 3. Änderung (Fernwärmespeicher am Alten Schlachthof)“ auch das rund 18.500 Quadratmeter große Betriebsareal als „Ideenteil“. Vorgestellt werden die Entwürfe am heutigen Freitag um 17 Uhr im K3 Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro Karlsruhe, Alter Schlachthof 33. -eck-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 43 am 24. Oktober 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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