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Drei neue Ausstellungen im Kunstmuseum Karlsruhe

Grafische Arbeiten von Dürer bis Schlichter, neue deutsche Malerei und einen Szenenwechsel der Sammlungsschau "Update!"

Eine Zeichnung des Künstlers Karl Hubbuch mit dem Titel "Selbstbildnis, wütend". Die Zeichnung "Selbstbildnis, wütend" (1922) von Karl Hubbuch ist in der Ausstellung "Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter" zu sehen. © Kunstmuseum Karlsruhe

Ab dem 23. Mai 2026 präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe mit der Ausstellung Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter erstmals umfassend die Schätze seiner grafischen Sammlung: Rund 250 Werke von Dürer, Rembrandt und Schlichter spannen einen Bogen über fünf Jahrhunderte menschlicher Emotionen. Ergänzt wird die Präsentation durch den vierten „Szenenwechsel“ der Sammlungsschau Update! Die Sammlung neu sichten, die seit 2023 in wechselnden Konstellationen zentrale Themen und Fragestellungen der Gegenwart verhandelt und die Bestände des Hauses immer wieder neu kontextualisiert. Auch der Projektraum wird neu bespielt: Werner-Stober-Preisträger Tino Zimmermann stellt mit seiner Ausstellung Neue Deutsche Malerei aktuelle malerische Fragestellungen zur Diskussion. Die Eröffnung der drei Ausstellungen findet am Donnerstag, 22. Mai, 19 Uhr statt.

Ausstellung grafischer Werke: "Expressiv!"

Ein schmerzverzerrtes Gesicht, zum Himmel erhobene Arme, ein leises, kaum wahrnehmbares Lächeln oder zerwühltes Haar: Die Bildsprache der Gefühle ist universell und wird unabhängig von Zeit und Kultur verstanden. Die Ausstellung „Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter“ beleuchtet zentrale Bestände der eigenen Sammlung aus neuen Perspektiven und zeigt in thematischen Räumen, wie Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten die innere Gefühlswelt sichtbar machen.

Von Albrecht Dürer über Rembrandt und Guido Reni bis zu Käthe Kollwitz und Rudolf Schlichter entfaltet sich ein breites Spektrum künstlerischer Strategien. In rund 250 Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem 15. bis 21. Jahrhundert präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe facettenreiche Annäherungen an menschliche Emotionen.

Veranstaltungen zur Ausstellung "Expressiv!"

Kuratorinnenführung: Donnerstag, 28. Mai, um 17 Uhr (Kosten: 2 Euro zzgl. Eintritt)

Öffentliche Führungen: freitags um 16 Uhr und sonntags um 15:15 Uhr (Kosten: 2 Euro zzgl. Eintritt)

Kunsthäppchen: Mittwoch, 10. Juni, und Mittwoch, 1. Juli, jeweils 15 Uhr (Kosten: 2 Euro zzgl. Eintritt)

ARTtoNight: Donnerstag, 18. Juli, 19 bis 23 Uhr (Kosten: 5 Euro)

Vierter Szenenwechsel der Sammlungsschau "Update! Die Sammlung neu sichten"

Von großformatigen Tapisserien bis zu filigranen Zeichnungen, von Porträt über Stillleben bis Landschaft: Der vierte Szenenwechsel der Ausstellung „Update! Die Sammlung neu sichten“ lädt dazu ein, die Bestände des Kunstmuseums neu zu entdecken.

Neben Neuzugängen von Margret Eicher, Lea Gocht und Shanee Roe, erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Werke von Karl Hubbuch, Gustav Kampmann, Candida Höfer, Timm Ulrichs und Georg Baselitz. Die zweite Auflage der „Wünsch Dir Was“-Wand lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, aus 100 Werken der Sammlung ihr Lieblingsmotiv zu wählen. Das Werk mit den meisten Stimmen wird ab November 2026 in die Ausstellung aufgenommen. Auch gibt es einen neuen Kinderaudioguide und in der beliebten Kid’s Zone wartet eine neue spannende Aufgabe für die jungen Museumsbesucherinnen und -besucher.

"Playground" von Elsa & Johanna (2018)

Mit „Update! Die Sammlung neu sichten“ präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe seine Bestände in einem dynamischen Szenenwechsel. Rund 200 Werke von 70 Künstlerinnen und Künstlern treten auf 1.500 Quadratmetern in medien- und epochenübergreifende Dialoge. Themenräume zu Identität, Ritualen, Natur, Geschlechtergerechtigkeit, Heimat und der Erfahrungen von Fremdheit verbinden historische Positionen mit Gegenwartskunst. Der „Szenenwechsel 4“ ist die fünfte Neupräsentation seit 2023 und reagiert auf aktuelle gesellschaftliche Debatten.

"Neue deutsche Malerei" im Projektraum

Unter dem ironischen Titel „Neue Deutsche Malerei“ übersetzt Werner-Stober-Preisträger Tino Zimmermann das Gefühl politischen Stillstands in eine eigenständige malerische Form. In reduzierten Farben zeigen seine raumumspannenden Wandmalereien Büroräume, in denen die erwartbare Handlung ausbleibt: Organisation und Verantwortung ersetzt der Künstler durch absurde Gesten und merkwürdige Zwischenzustände. Das Ergebnis ist eine Atmosphäre der Untätigkeit und Irritation, die Fragen zu politischen Entwicklungen und institutionellen Ordnungen aufwirft. Die Szenen lesen sich dabei weniger als Kommentare zu Einzelereignissen, sondern vielmehr als Verdichtungen eines allgemeinen politischen Klimas.

Die Präsentation ist Teil des langfristigen Projekts „On the Relevance of Painting (And Other Thoughts)“, in dem der Künstler seit 2020 die Möglichkeiten der zeitgenössischen Malerei untersucht.

"Mutter" von Tino Zimmermann (2023)

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