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Wildwuchs stutzen

Kalmbach fordert andere Prioritäten

Einzelstadtrat Friedemann
Kalmbach nahm auch den Gemeinderat
in die Verantwortung für die Haushaltslage. Einzelstadtrat Friedemann Kalmbach nahm auch den Gemeinderat in die Verantwortung für die Haushaltslage. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Mit einem Apfelbaum verglich Stadtrat Friedemann Kalmbach (FÜR Karlsruhe) den städtischen Haushalt zu Beginn seiner Rede: „Das Stutzen ist zwingend notwendig, weil es sonst einen Wildwuchs gibt.“ Zwar stimmt es, dass Bund und Land viele Aufgaben an die Kommunen übertragen, ohne diese ausreichend finanziell auszustatten. Dennoch steht für Kalmbach auch der Gemeinderat in der Verantwortung: „Mit unseren Entscheidungen sind wir für die Lage mitverantwortlich.“

Solche Entscheidungen betreffen im Bereich des Bauens beispielsweise Projekte wie die Kombilösung, den Neubau des Fußballstadions und die Sanierung der Stadthalle. Kalmbach forderte ein Überdenken der Prioritäten, insbesondere im Kulturbereich. Er führte aus, dass Karlsruhe jährlich 47 Millionen Euro für Betrieb, Sanierung und Neubau des Badischen Staatstheaters ausgebe. „Jede Theaterkarte wird mit etwa 300 Euro bezuschusst“, erklärte der FÜR-Stadtrat. Aus seiner Sicht sollte dort mehr gekürzt werden, um weniger im Bereich der freien Kultur kürzen zu müssen.

Nach dem Motto „Vertrauen statt Kontrolle“ forderte Kalmbach, dass sich die Verwaltung auf ihre Kernaufgaben konzentriert und diese verlässlich sowie effizient erledigt. Er appelliert an den Oberbürgermeister: „Ihre Aufgabe ist es, Strukturveränderungen einzuleiten. Weniger Aufgaben, weniger Bürokratie.“

Trotz der angespannten finanziellen Situation zeigte sich der Stadtrat betont optimistisch: „Es geht uns immer noch gut.“ Karlsruhe sei eine Stadt mit engagierten Menschen, funktionierenden Strukturen, kreativen Ideen und Innovationsgeist. Nun sei die Zeit gekommen, um die richtigen Äste zurückzuschneiden, so Kalmbach zum Abschluss seiner Rede mit einem Verweis auf den Apfelbaum, damit weiterhin gute Früchte geerntet werden können. -kau-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 47 am 21. November 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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