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Ameisenbekämpfung in Neureut gestartet

Heißwasserdampfgerät vorgestellt / Koordiniertes Vorgehen gegen invasive Ameisen

Der Schädlingsbekämpfer Maximilian  Wierzewski beim Einsatz mit dem Heißwasserdampfgerät zur Bekämpfung der invasiven Art Tapinoma Magnum. Der Schädlingsbekämpfer Richard Blantz beim Einsatz mit dem Heißwasserdampfgerät zur Bekämpfung der invasiven Art Tapinoma Magnum. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Die organisierte Bekämpfung der großen Drüsenameise Tapinoma magnum hat im Karlsruher Stadtteil Neureut begonnen. Auf einer Fläche von 1,5  Kilometern entlang der Unterfeldstraße und von den Bahngleisen beidseits 500 Meter hat sich die invasive Ameisenart mittlerweile ausgebreitet. Inzwischen haben sich in Karlsruhe acht Kolonien gebildet, drei davon – in der Oststadt, in Knielingen und in Neureut – gelten sogar als sogenannte Superkolonien. Im Unterschied zu heimischen Ameisenarten bekriegen sich die Königinnen der Tapinoma nicht. Auch fehlen in Deutschland natürliche Fressfeinde.

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Zur gezielten Bekämpfung wird seit kurzem ein Heißwasserdampfgerät eingesetzt. Es erhitzt das Wasser auf bis zu 130 Grad Celsius und kann mobil auf einem Transporter an den Einsatzort gebracht werden. Bis zu einer Stunde reicht das Wasser im Tank, dann müsse nachgefüllt werden, erläutert Ameisenbekämpfer Richard Blantz. Er ist mit seinem Kollegen, dem kommunalen Schädlingsbekämpfer Maximilian Wierzewski, täglich in den verschiedenen Stadtteilen unterwegs. Erste Versuche damit gegen die Tapinoma in Grötzingen zeigen bereits Erfolge. Laut Anwohnern sei es „massiv besser“ geworden, berichtete Karen Eßrich, Koordinatorin der Ameisenbekämpfung vom städtischen Gartenbauamt. Wo Blantz den Heißwasserdampf an diesem Morgen in den Boden nahe der S-Bahngleise in Neureut einbringt, werden innerhalb kürzester Zeit hunderte weiße Ameiseneier hervorgespült. Biozide werden bei dem Verfahren keine eingesetzt. Das Gerät kostete rund 30.000 Euro, der Transporter ist aus dem Bestand und soll perspektivisch durch ein Elektrofahrzeug ersetzt werden.

Manche trauen sich wegen der Ameisen bereits nicht mehr in den Urlaub zu fahren, so Eßrich. Auch Erdaushub aus betroffenen Gebieten müsse als eine Art Sondermüll abgefahren und anschließend behandelt werden. Laub komme in schwarze Säcke und müsse verbrannt werden.

Eßrich wirbt für ein gemeinsames Vorgehen von Stadt und Privatbesitzern, um der Ameise kein Ausweichen zu ermöglichen. Denn die Stadt kann und darf nur im öffentlichen Raum bekämpfen. „Wir fangen an den Enden eines Befallgebietes an und arbeiten uns in die Mitte vor“, erläutert Eßrich die Strategie. Sie geht davon aus, dass es zwei bis drei Jahre dauere, bis größere Erfolge in Neureut zu verzeichnen seien. „Viele hoffen auf Ausrottung, ob das hier ganz gelingt, ist fraglich“, so Eßrich. „Wir sind froh, wenn die Nachbarn sagen, sie können mit der Ameise leben.“ In anderen Gebieten wie etwa Grötzingen und Rüppurr hoffe man auf Ausrottung.

In Neureut folgen alsbald weitere Schritte, um die Ameise in Schach zu halten. So sollen in Absprache mit den Anwohnern und dem Team Sauberes Karlsruhe Mülleimer in der dortigen Parkanlage und auf dem Schulgelände abgebaut werden, um Nahrungsquellen zu reduzieren. Ebenso ist eine „Ameisen-Weg-Woche“ geplant, bei der die Bevölkerung vor Ort bei dem Thema einbezogen wird.

Auch die Wissenschaft habe das Thema für sich entdeckt, berichtet Eßrich weiter. Derzeit würden Firmen verschiedene Köder testen. Eine Forschungsgruppe der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe teste derzeit eine „kostengünstige und vielversprechende Methode“ im Schulzentrum Neureut.  

Dies ist ein Beitrag der StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung.

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