Der Vorschlag der Verwaltung, alle Zierbrunnen bis auf wenige Ausnahmen für die kommenden zwei Jahre stillzulegen, hat keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden. Die Verwaltung hatte so je 320.000 Euro für 2026 und 2027 einsparen wollen.
In der Vorlage heißt es dazu: "Die Zeit der vorübergehenden Stilllegung der Zierbrunnen sollte dazu genutzt werden, die dann freie Personalkapazität im Gartenbauamt dafür zu nutzen, defekte Brunnen wieder instand zu setzen, so dass auch diese bei besserer Haushaltslage zusätzlich in Betrieb genommen werden können. Eine Finanzierung des Weiterbetriebs der Zierbrunnen aus dem Sammelansatz würde zu Lasten dieser notwendigen Reparaturen oder anderer priorisierter Klimaanpassungsmaßnahmen gehen. Alle Maßnahmen, die in der aktuellen Planung enthalten sind, wurden vom ämterübergreifenden Projektbegleitkreis Klimaanpassung als vergleichsweise effektiv und effizient bewertet (darunter Begrünungsmaßnahmen, Umsetzung des Hitzeaktionsplans, Starkregenvorsorge und so weiter). Eine Streichung oder Kürzung dieser priorisierten Maßnahmen zugunsten des Unterhalts aller Zierbrunnen wäre somit im Ergebnis nachteilig für die Klimaresilienz der Stadt Karlsruhe."
Ein von der SPD-Fraktion eingebrachter Antrag mit dem Vorschlag, nur die Hälfte Summe (also 160.000 Euro) einzusparen, fand eine mehrheitliche Zustimmung. So votierten CDU, SPD, AfD, FAP/FW, Volt und Einzelstadtrat Friedemann Kalmbach dafür. Grüne, Die Linke sowie KAL lehnten den Antrag ab.
Dr. Clemens Cremer (Grüne) sagte: "Wir mögen Brunnen jeder Art", an dieser Stelle sei allerdings eine Abwägung notwendig. Seine Fraktion erachte hier den Ausbau der Trinkbrunnen als sinnvoll. Dr. Rahsan Dogan (CDU) betonte, dass Zierbrunnen der Abkühlung an heißen Sommertagen dienen. SPD-Stadtrat Dr. Raphael Fechler sagte: "Wir sehen den Vorschlag der Verwaltung kritisch." Zierbrunnen dienten nicht nur der Kühlung, sondern seinen auch ein Kulturgut und würden den öffentlichen Raum aufwerten. Daher brachte seine Fraktion den Vorschlag ein, die geplante Einsparung auf die Hälfte zu reduzieren.
Thomas Hock (FDP/FW) konnte der Argumentationslinie der Grünen nicht folgen und stimmte zu, dem Vorschlag der SPD mitzugehen. Fabian Gaukel (Volt) zeigte Verständnis für den Sparvorschlag der Verwaltung, meinte allerdings: "Wenn wir Zierbrunnen haben, die funktionieren, sollten wir diese auch bespielen." Sonja Döring (KAL) sprach von einer "harten Entscheidung." Ihrer Fraktion sei daran gelegen, Trinkbrunnen zu sichern. "Für uns ist wichtig, dass die Brunnen wieder laufen, wenn sie saniert sind." Andreas Seidler (AfD) stellte die Frage nach den Folgekosten bei einer zeitlichen Stilllegung der Zierbrunnen in Bezug auf etwaig verstopfte Leitungen. -gia-