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Anmietungsmodell in der Innenstadt endet mit nachhaltigem Erfolg

Ladengeschäft Wertvoll in der Karlsruher Innenstadt. Ladengeschäft Wertvoll in der Karlsruher Innenstadt. © Anne Heit, Stadt Karlsruhe

Das im Rahmen des städtischen Projekts City-Transformation durchgeführte Anmietungsmodell der Stadt Karlsruhe endet im August 2025 planmäßig – mit sichtbarem Erfolg: In sieben zuvor leerstehenden Ladenlokalen wurden innovative Nutzungskonzepte ermöglicht. Vier dieser Konzepte bleiben auch über das Ende der Förderung hinaus bestehen – ein starkes Signal für die
nachhaltige Belebung der Karlsruher Innenstadt.

Seit 2023 hatte die Stadt im Rahmen des Anmietungsmodells leerstehende Gewerbeflächen im Umfeld der zentralen und östlichen Kaiserstraße angemietet und diese zu deutlich reduzierten Konditionen an engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer weitervermietet. Ziel war es, neuen, kreativen Ideen Raum zu geben und ungenutzte Erdgeschosszonen wieder mit Leben zu füllen.

Dem Anmietungsmodell war ein öffentlicher Aufruf vorausgegangen, auf den rund 40 interessierte Nutzerinnen und Nutzer mit innovativen Konzeptideen reagierten. Diese reichten von nachhaltigem Einzelhandel über kreative Werkstätten bis hin zu sozialen und gemeinschaftsorientierten Angeboten. Eine interdisziplinär besetzte Jury bewertete die eingegangenen Bewerbungen auf Grundlage transparenter Kriterien wie Umsetzbarkeit, Nutzungskonzept, Beitrag zur Belebung der Innenstadt und städtebaulicher Verträglichkeit.

So konnte sichergestellt werden, dass die ausgewählten Projekte nicht nur wirtschaftlich tragfähig, sondern auch inhaltlich bereichernd für die Karlsruher City sind. „Mit dem Anmietungsmodell
konnten wir nicht nur temporär Leerstand beseitigen, sondern dauerhafte Nutzungen etablieren. Die vier weiterbestehenden Konzepte zeigen, dass sich gezielte kommunale Unterstützung auszahlt – und dass Wandel in der Innenstadt möglich ist“, resümiert Bürgermeister Dr. Albert Käuflein.

Stimmen der Ladenbesitzer

Auch die Unternehmerinnen und Unternehmer der geförderten Geschäfte ziehen eine positive Bilanz: Kevin Sollorz, Madame Croissant: „Ich war von Anfang an überzeugt davon, dass Karlsruhe der richtige Standort für unser Konzept ist – die Innenstadt bietet dafür genau das passende Umfeld. Die Zusammenarbeit mit der Stadt lief reibungslos und hat mir die Entscheidung leicht gemacht, in diesen Standort zu investieren.“

Anne Heit, Wertvoll: „Viele Kundinnen meiner Stammfiliale in Pforzheim kamen zunehmend aus dem Karlsruher Umkreis. Das hat mich auf die Idee gebracht, dass auch Karlsruhe selbst ein attraktiver Standort für mein Unternehmen wäre. Als Mama von zwei kleinen Kindern schwingt immer der Risikofaktor mit. Dank des Anmietungsmodells hatte ich jedoch ein überschaubares Risiko und beste Voraussetzungen durch das vorhandene Netzwerk. Heute blicke ich auf einen vollen Terminkalender und ein Einzugsgebiet von der Südpfalz bis nach Freiburg. Ich bin diesem Projekt und seinen Verantwortlichen sehr dankbar – es kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt.“

Daiva Hambsch, Davai Store: „Ich habe zuvor im Laden gearbeitet, den ich nun unter eigenem Namen übernommen habe. Das Anmietungsmodell hat mich in meinem Entschluss bestärkt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Ich freue mich sehr, dass ich an diesem besonderen Standort nun mein eigenes Konzept verwirklichen und erfolgreich weiterentwickeln kann.“

Projekt City-Transformation

Die geförderten Mieterinnen und Mieter profitierten während der Laufzeit von einem Zuschuss zur Miete von insgesamt bis zu 80 Prozent. Die Stadt übernahm mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen bis zu 60 Prozent der Bruttokaltmiete. Die Eigentümerinnen und Eigentümer hatten im Vorfeld auf einen Teil ihrer Mieteinnahmen verzichtet. Dieses partnerschaftliche Modell erwies sich als wirksames Instrument, um besondere Nutzungskonzepte in die Innenstadt zu holen.

Die Maßnahmen waren eingebettet in das übergeordnete Projekt City-Transformation, das die Stadt Karlsruhe mit Fördermitteln des Bundesprojekts „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ bis Ende August 2025 umsetzt. Ziel war es, die vom Strukturwandel und der Corona- Pandemie besonders betroffenen Einzelhandelslagen der Innenstadt zu multifunktionalen, attraktiven City-Quartieren weiterzuentwickeln.

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