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Anerkennung für Teilhabe und Vielfalt

26. Karlsruher Integrationspreis verliehen / Der "Angst-Agenda" eine positive Erzählung entgegensetzen

Würdigung im Rathaus: Preisträger und Laudatoren um Bürgermeister Martin Lenz (l.) und die ­ibz-Vorsitzende Barbara Mehnert (2. v.l.). Würdigung im Rathaus: Preisträger und Laudatoren um Bürgermeister Martin Lenz (l.) und die ­ibz-Vorsitzende Barbara Mehnert (2. v.l.). © Volker Knopf

Bereits zum 26. Mal wurde jetzt im Bürgersaal des Rathauses der Karlsruher Integrationspreis verliehen. Dieser soll ein Zeichen für Chancengleichheit und Teilhabe setzen sowie Vorurteile und Rassismus überwinden helfen. Sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen und Unternehmen kommen in den Genuss der Auszeichnung. Den Preis 2024 erhielten Elisé Wamen (Referent Internationales AStA am KIT) sowie der Kathari Malerbetrieb und die Fuller GmbH in der Oststadt.

Stehen für eine weltoffene Stadt

"Der Karlsruher Integrationspreis steht auf einem stabilen Fundament unserer Zivilgesellschaft. Es geht darum, beherztes Engagement sichtbar zu machen", sagte eingangs Barbara Mehnert, Vorsitzende des Kuratoriums und des internationalen Begegnungszentrums (ibz), die zudem allen Preisträgern gratulierte. Bürgermeister Dr. Martin Lenz freute sich, so viele Besucher in der "Herzkammer unserer lokalen Demokratie" begrüßen zu dürfen. Sein Respekt und seine Wertschätzung gelte den Preisträgern gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen. "Meinen herzlichen Dank an das Kuratorium und die Preisträger. Sie stehen symbolisch für unsere weltoffene Stadt." Zuwanderung bedeute einerseits Bereicherung aber auch Herausforderung. Die Geehrten würden veranschaulichen, wie Teilhabe gelinge.

Bauingenieur baut Brücken

In seiner Festrede schlug Frédéric Bußmann, wissenschaftlicher Direktor der Kunsthalle, vor, der "Angst-Agenda eine positive Erzählung" entgegen zu setzen. In Zeiten, in denen rechtsextreme Parteien immer stärker würden, dürfe man die liberale Demokratie nicht den "falschen Freunden" überlassen. Gerade die Kultur sei in Bezug einer offenen Gesellschaft zuweilen oftmals einen Schritt weiter. In der Laudatio über Elisé Wamen sprach Oliver Schmidt, Leiter internationale Projekte KIT, von der Anerkennung für eine Persönlichkeit, die unermüdlich für die Integration internationaler Studierender arbeite. "Durch seine Beratungs- und Betreuungsangebote hat er vielen geholfen, sich an der Universität und der Stadt zurechtzufinden und kleinere wie größere Hürden zu überwinden. Er inspiriert uns alle", so Schmidt. Der Bauingenieur baue Brücken mit seiner Empathie und seinem stets offenen Ohr.

Unterstützung bei Wohnungssuche und Sprachunterricht

Ingrid Lehr-Binder von der Bildungsakademie der Handwerkskammer Karlsruhe berichtete, wie der Kathari Malerbetrieb immer wieder junge Menschen aus anderen Ländern ausbilde und sie in ihrem Leben begleite. "Mit seiner Leidenschaft hat Herr Kathari das Leben vieler positiv beeinflusst. Er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Integration gelingt", betonte sie. Ob auf dem Wohnungsmarkt oder in Sachen Sprachunterricht – stets gebe es Unterstützung. Dasselbe gelte für die Fuller-GmbH, die sich ebenfalls für die Arbeitsintegration von Geflüchteten einsetzt. Auch hier gebe es Hilfe bei Behördengängen und Wohnungssuche oder die Fuller GmbH stelle gar selbst Wohnraum zur Verfügung. Das Unternehmen im Bereich Sanitär, Heizung und Klimatechnik engagiere sich seit vielen Jahren auf diesem Sektor. "Diese Vielfalt bereichert die Arbeitsumgebung und fördert ein Klima des Respekts und der Toleranz", hieß es in der Laudatio. -voko-

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 45 am 8. November 2024.

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