Er ist ein guter Kletterer, sehr anpassungsfähig, beim Fressen nicht wählerisch und vor allem dämmerungs- und nachtaktiv: der Waschbär. Die zu den Kleinbären gehörende Tierart stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist mittlerweile aber in weiten Teilen Deutschlands verbreitet – auch in Karlsruhe. Entlang des Naturschutzgebietes Fritschlach zwischen Altrhein und Daxlanden fühlen sich die Waschbären besonders wohl. Doch auch in anderen Stadtteilen wurde die invasive Art vereinzelt bereits gesichtet. Die Tiere sind rund 40 bis 60 Zentimeter lang und zwei bis zwölf Kilogramm schwer. Gut zu erkennen sind sie an der schwarzen „Augenmaske“ und ihrem gestreiften Schwanz.
Wo Wildtier und Mensch nah beieinander wohnen, kann es zu Konflikten kommen. Das Forstamt möchte Bürgerinnen und Bürger daher frühzeitig über den richtigen Umgang mit Waschbären informieren – ein neuer Flyer gibt Tipps, wie Konflikte vermieden werden können. Besonders wichtig: Die Tiere dürfen auf keinen Fall gefüttert werden. Auch Nahrungsreste auf dem Kompost sollten entfernt und Mülltonnen mit einem Schloss versehen werden. Als Versteck suchen die Tiere gerne Gartenhütten oder Dachböden auf – hier sollten Zugänge überprüft und verschlossen werden.
„Aus Erfahrungen anderer Kommunen wissen wir, dass große Waschbärpopulationen konfliktträchtig sein und negative Auswirkungen auf Ökosysteme haben können“, erläutert Patricia Brandbeck, Wildtierbeauftragte des Forstamtes. Um ein konfliktarmes Miteinander zu ermöglichen, setzt das Forstamt deshalb neben dem Wildtiermonitoring und der Bejagung auf Prävention und Öffentlichkeitsarbeit. Eine Umfrage unter Anwohnern der Fritschlach im Frühjahr 2025 habe gezeigt, dass noch viel Informationsbedarf bestehe, etwa beim Thema Futterquellen oder Zugangswege. „Die Menschen sind vor allem auf Fuchs und Marder eingestellt. Ein Waschbär kann aber auch Riegel öffnen und einen Maschendrahtzaun hochklettern“, so Brandbeck. Hier möchte das Forstamt zukünftig verstärkt ansetzen und Anwohner sensibilisieren.