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Wem lacht die Sonne?

Teilfortschreibung des Regionalplans: Zwei Flächen für Photovoltaik sind bisher umstritten

Keine Nutzung für Photovoltaik: Die Fläche hinter dem Park-and-Ride-Platz an der A 8 bei Stupferich soll nach dem Gemeinderatsbeschluss aus den Planungen genommen werden. Keine Nutzung für Photovoltaik: Die Fläche hinter dem Park-and-Ride-Platz an der A 8 bei Stupferich soll nach dem Gemeinderatsbeschluss aus den Planungen genommen werden. © Stad Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Georg Hertweck

Mehr Platz für Photovoltaik­nutzung, aber keine Standorte für weitere Windkraftanlagen: Auf diesen Nenner lässt sich die Teilfortschreibung des Regionalplans beim Thema erneuerbare Energien bringen. Allerdings soll das letzte Wort in Sachen Windkraft nach Ansicht des Gemeinderats noch nicht gesprochen sein.

Nachdem in der ersten Runde des Verfahrens noch drei potenzielle Flächen für Windkraftanlagen im Stadtgebiet enthalten waren, wurde im aktuellen Entwurf der „Energiehügel“ auf der Mülldeponie West ebensowenig berücksichtigt wie der „Edelberg“ bei Wettersbach als Teil eines gemeinsamen Standorts mit Ettlingen. Auch der an die Gemarkung Weingarten angrenzende „Silzberg“ ist nach Einschätzung des Regionalverbands nicht für Windenergienutzung geeignet. In ihrer Stellungnahme will sich die Stadt nun dafür aussprechen, dass der Energieberg dennoch als Vorrangfläche für Windenergie berücksichtigt wird. Die Streichung des „Edelbergs“ begrüßte Stadträtin Katrin Schütz (CDU) denn „die Auswirkungen auf die Höhenstadtteile wären sehr groß gewesen“.

Bei den Vorrangflächen für Photovoltaik hatte die Stadt nach der ersten Runde noch zusätzliche Areale angemeldet. Hiervon wurden die Flächen Bachenweg in Neureut und Am Anger an der Rheinstrandsiedlung durch den Regionalverband aus der Planung genommen. Während die Fläche auf der ehemaligen Mülldeponie bei Grötzingen unverändert bleibt, gab es Verkleinerungen beim Hauptsammelkanal des Klärwerks, bei der Deponie Ost in Durlach, der „Kohlplatte“ bei Wettersbach und am A-8-Parkplatz bei Stupferich.

Debatte um Flächen

Dass die letztgenannte Fläche nun gar komplett aus den Plänen gestrichen wird, ist einem Änderungsantrag der Fraktion FDP/FW zu verdanken. Zuvor appellierte Stupferichs Ortsvorsteher Alfons Gartner daran, dass „Mehrheitsbeschlüsse des Ortschaftsrats akzeptiert werden“. Im Stadtteil hatte man sich vehement gegen Photovoltaik-Nutzung beim A-8-Parkplatz ausgesprochen, um das Areal als Ausgleichfläche für das Neubaugebiet „Gänsberg“ zu nutzen. Kritisch bewerten die Vertreterinnen und Vertreter der Höhenstadtteile, darunter Elke Ernemann (SPD), das von Dr. Sonja Klingert (GRÜNE) ins Spiel gebrachte „Rippertfeld“ beim Thomashof. „Das ist eine Fläche, die sich wirklich lohnt“, sagte Klingert. Photovoltaik anstelle des Maisanbaus „macht die Landschaft weder hübscher noch hässlicher“, erhöhe aber den Karlsruher Flächenanteil erheblich. Ablehnung gegen die Beschlussvorlagen sowohl zu Windkraft als auch zu Photovoltaik kam aus den Reihen der AfD. Fraktionschef Dr. Paul Schmidt vertrat die Ansicht, wonach hier schon „mehr als genug getan ist“. Insbesondere die Inanspruchnahme von Freiflächen für Solaranlagen in öffentlicher Trägerschaft bewertete die AfD kritisch, weil benötigtes Ackerland ver­loren gehe.

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 20 am 16. Mai 2025.

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