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Was blüht denn da?

Großer Artenreichtum auf geschützten Wiesen im Karlsruher Stadtgebiet

Wiesensalbei FFH-Mähwiesen sind sehr arten- und blütenreiche Mähwiesen, die als europaweit geschützter Lebensraumtyp ausgewiesen sind. © Stadt Karlsruhe, Umwelt- und Arbeitsschutz

Derzeit stehen im Karlsruher Stadtgebiet die durch die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie geschützten Mähwiesen in voller Blüte. Diese Wiesen befinden sich hauptsächlich im Bereich der Rheinniederung bei Neureut und Daxlanden und um die Bergdörfer herum. Auch für Nicht-Botaniker sind diese Wiesen meist an der Farbenpracht ihres außergewöhnlich hohen und vielfältigen Blütenreichtums zu erkennen. Zu den typischen Pflanzenarten zählen Wiesen-Salbei, Hornklee, Glockenblume, Wiesen-Flockenblume, Klappertopf, Schafgarbe, Wiesen-Bocksbart oder Margarite. "FFH-Mähwiesen" sind sehr arten- und blütenreiche Mähwiesen, die als europaweit geschützter Lebensraumtyp „Magere Flachland-Mähwiese“ ausgewiesen sind. Kulturhistorisch sind diese Mähwiesen durch jahrzehntelange extensive Nutzung zur Heugewinnung entstanden.

Aufgrund ihrer hohen naturschutzfachlichen Bedeutung sind artenreiche Mähwiesen im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie als sogenannter FFH-Lebensraumtyp europarechtlich unter Schutz gestellt. Das Land Baden-Württemberg weist in Deutschland und vermutlich sogar EU-weit eines der bedeutendsten Schwerpunkt-Vorkommen artenreicher Mähwiesen auf und trägt dadurch eine besondere Verantwortung. Ein großer Anteil der FFH-Mähwiesen ist jedoch bereits durch eine Nutzungsänderung (Flächeninanspruchnahme, Nutzungsintensivierung oder- Aufgabe) verloren gegangen und muss demnach wiederhergestellt werden. Die FFH-Richtlinie umfasst auch ein Verschlechterungsverbot. Das bedeutet, dass die kommunalen Naturschutzverwaltungen in Baden-Württemberg dafür verantwortlich sind, entstandene Verlustflächen durch Wiederherstellungsverträge mit den Bewirtschaftenden wiederherzustellen oder auszugleichen. Die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen nicht ausreichendem Schutz der FFH-Mähwiesen eingeleitet. Deswegen müssen Wiesen mit einem schlechten Erhaltungszustand durch solche Verträge verbessert werden.

Warum ist es wichtig, diese Wiesen zu erhalten und wie kann man dazu beitragen?

Für viele seltene Tiere und Pflanzen bietet eine extensiv genutzte FFH-Wiese ideale Lebensbedingungen. Extensiv bedeutet, dass die Wiese mit geringem Aufwand, nämlich maximal zweimal jährlich gepflegt werden sollte. Die beste Zeit für die Mahd ist im Juni, wenn die Gräser blühen, und im Herbst nach der Blüte aller Kräuter. Dadurch können sich viele seltene Pflanzenarten etablieren, die den Insekten in ihrer Blüte lange als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. Das Mahdgut sollte abgeräumt werden und kann beispielsweise als Heu oder Einstreu genutzt werden. Die Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden auf Streuobstwiesen ist nicht notwendig und stellt eine Gefahr für Pflanzen und Tiere dar. Eine insektenfreundliche Mahd erfolgt durch Balkenmäher oder Ähnliches. Diese Maschinen funktionieren wie Scheren und schneiden die Vegetation nicht so tief ab. So haben Insekten und Kleintiere die Möglichkeit zu fliehen und werden nicht wie in rotierenden Mähwerken angesaugt und getötet.

Wer dann noch überjährig Altgrasstreifen belässt, schafft zudem wichtige Rückzugsräume und fördert so heimische Arten. Einen positiven Effekt hat dies auch im eigenen Garten. Nähere Information hierzu finden sich unter www.karlsruhe.de/umwelt-klima/naturschutz/artenschutz

Weitere Informationen

Wer wissen möchte, ob er im Besitz einer dieser wertvollen FFH-Mähwiesen ist und ob Handlungsbedarf besteht, kann die Umwelt-Daten-Online der LUBW nutzen. Hier kann auch eingesehen werden, in welchem Erhaltungszustand sich die jeweiligen Wiesen befinden. Der Erhaltungszustand C zeigt dabei Verbesserungsbedarf an. 

Der Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe, Fachbereich Ökologie berät darüber hinaus gerne zum Naturschutz rund um Mähwiesen:

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