Im Februar 1891 brennt es in der Seminarstraße: Zwei Menschen kommen ums Leben. Die Katastrophe zeigt, wie entscheidend schnelle Hilfe im Brandfall sein kann. Karlsruhe reagiert: Noch im selben Jahr lässt die Stadt im Zirkel 22 eine ständige Feuerwache mit Wachlokal, Telefonzimmer, Unterstand für Fahrzeuge und Pferdestall errichten.
Mit der Zeit aber werden die Räumlichkeiten zu eng. Unter anderem, weil bald auch die Rettungswache untergebracht wird, was zusätzlichen Platz, etwa für den Krankenwagen, benötigt. 1912 bekommt die Wache ein Obergeschoss mit Schlafsaal, Bad und Aufenthaltsräumen. Schnell wird klar, dass die Zustände trotzdem unhaltbar sind.
Erst 1924 kann ein Neubauprojekt beginnen, neben der Inflation auch wegen Streitigkeiten zwischen Freiwilliger Feuerwehr und neuer Berufsfeuerwehr. Auf einem Grundstück an der Ritterstraße entsteht die neue Hauptfeuerwache. Zwei Jahre später wird sie eingeweiht. In der 30 Meter langen Fahrzeughalle stehen die Einsatzfahrzeuge hinter 14 Toren bereit. Darüber schläft die diensthabende Mannschaft aus 32 Feuerwehrleuten. Sechs Rutschstangen führen direkt vom Schlafsaal in die Fahrzeughalle.
Im Zweiten Weltkrieg wird die Hauptfeuerwache teilweise zerstört, der Dachstuhl brennt aus. Erst 1948 ist sie wieder aufgebaut. Aber wieder ist bald zu wenig Platz. 1960 bekommt Karlsruhe deshalb die Feuerwache West. Nach Renovierungen und Modernisierungen in den 1970er- und 1980er-Jahren zieht die Hauptfeuerwache 2021 zum bisher letzten Mal um: Seither befindet sie sich an der Wolfartsweierer Straße.
Die Geschichte der Hauptfeuerwache, die mit einem Unglück begann, ist damit auch eine vom Wandel von Pferden und Pritschen zu moderner Einsatztechnik – und von einer kleinen Wache zu einer professionellen Berufsfeuerwehr, die Hand in Hand mit der Freiwilligen Feuerwehr arbeitet. -nue-