Der Gemeinderat hat die Stadtverwaltung ermächtigt, das Haus Solms (Bismarckstraße 24), das ehemalige Gebäude des Badischen KONServatoriums (Jahnstraße 20) sowie das ehemalige Haus der Fraktionen (Hebelstraße 13) zu veräußern. Der Verkauf ist Teil der Haushaltssicherung und die Umsetzung einer der so genannten „OB-Verwaltungsaufträge“, die mittelfristig der Stadt Gelder einsparen sollen. Daher sei der Beschluss auch nicht „überraschend“, so Aljoscha Löffler (GRÜNE). Löffler freute sich, dass es nun eine gute Perspektive für die Hebelstraße 13 gebe, nämlich „zu akzeptablen Preisen studentisches Wohnen in die Innenstadt zu bekommen“. Zu den anderen beiden Objekten fragte Löffler: „Welchen Nutzen hat eine Stadtverwaltung für Stadtvillen?“ Die Gebäude seien nur zur Hälfte genutzt worden, dies sei heutzutage „nicht effizient“.
Mehr lässt die Verwaltungsvorlage wissen: Stark sanierungsbedürftig sei das Haus Solms, innen wie außen. Zudem seien zunehmend „organisatorische Hemmnisse“ für den Karlsruher „Haupt-Trauort“ wahrnehmbar, etwa die regelmäßig angefragte Option, Musik abspielen zu können. Bis Ende 2026 werden dort noch Trauungen stattfinden, als Alternativstandort wurden bereits Räume des Markgräflichen Palais am Rondellplatz angemietet.
Das Haus Solms sei „weit mehr als nur eine Immobilie“, erklärte Lüppo Cramer (KAL). Es sei ein „historisches Gesamtkunstwerk, tief in der Identität der Fächerstadt verwurzelt“. Die KAL beantragte, vor dem Verkauf alle testamentarischen Auflagen des Grafenpaares Solms zu klären. Das Testament sei nicht mehr maßgeblich, entgegnete OB Mentrup, da das Haus Solms zwischenzeitlich einmal verkauft wurde. Man prüfe derzeit, was konkret im Kaufvertrag stehe. „Nicht weil wir Geld brauchen, sondern weil wir nicht in der finanziellen Lage sind, das Denkmal in seiner Qualität zu erhalten“, begründete Mentrup die Verkaufsabsichten.
KAL und Die Linke forderten den Verkauf im Rahmen einer Erbpacht. Dies lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab, ebenso die Forderung der Linken, Gebäude nur nach einem vorliegenden Konzept zu veräußern.
CDU und SPD unterstützten die Linie der Verwaltung. Uneinheitlich zeigte sich die AfD. Stadtrat Dr. Stefan Noé (FDP) fand es konsequent, sich von Gebäuden zu trennen, die kein „Tafelsilber“ mehr seien. Noé schlug außerdem vor, das Prinz-Max-Palais zu verkaufen. Auch die Volt-Fraktion unterstützte den Verkauf trotz grundsätzlicher Bedenken. Adina Geißinger bezeichnete den Schritt als „traurig, aber notwendig“. Oberbürgermeister Mentrup sicherte zu, dass der Gemeinderat weiterhin am Verkauf der Objekte beteiligt sein werde. -has-