Grünflächen, neue Bäume und Sitzgelegenheiten: Der Bernhardusplatz am Durlacher Tor in der Karlsruher Oststadt wird seit rund drei Jahren umgestaltet. Ziel ist die Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität an einem der wichtigen Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Auch ein großflächiges Wasserspiel mit Fontänenfeld gehörte zum ursprünglichen Entwurf dazu – wird mit mehrheitlicher Zustimmung des Gemeinderates jedoch nicht umgesetzt.
Einsparungen bei der Finanzierung des Projektes
Stattdessen soll ein klimaresilientes Staudenbeet mit einzelnen Großgehölzen angelegt werden. Die geplante Wassertechnik wird beibehalten für Bewässerung und einen Trinkbrunnen. Dadurch ist auch die Realisierung eines kleineren Brunnens zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich. Durch die Änderung der Gestaltung ergeben sich deutliche Einsparungen in der Finanzierung des Projektes: einmalig rund 500.000 Euro und jährliche Folgekosten in Höhe von rund 45.000 Euro. Die Kosten für das Staudenbeet samt Baumbewässerung und Trinkbrunnen betragen somit noch 260.000 Euro, für die Bewässerung fallen jährlich rund 5.500 Euro an.
Dass das Wasserspiel in der geplanten Form nicht realisierbar sein wird, hatte sich im Rahmen der Ausschreibung gezeigt. Das Ergebnis des Angebotsverfahrens lag deutlich über den Planungskosten. „Wegen Unwirtschaftlichkeit musste die Ausschreibung aufgehoben werden“, erläuterte das Gartenbauamt entsprechend in der Sitzungsvorlage. Zwei Varianten waren folglich möglich: eine erneute Ausschreibung der Wassertechnik oder die nun gewählte Variante. Gegen den Verwaltungsvorschlag stimmten die Fraktionen von SPD und FDP/FW.
Diskussion im Gemeinderat
„Uns würde der spielerische Aspekt von einem Fontänenfeld und die Verdunstungskälte, die davon ausgehen würde, wirklich sehr gut auf diesem Platz gefallen“, erklärte Christian Klinkhardt für die Grünen-Fraktion. Man sehe aber auch die Realität: Angesichts der Finanzsituation der Stadt und vieler anderer Brunnenanlagen, die aktuell nicht in Betrieb seien, wolle man in dieser Situation nicht auf der bisherigen Planung bestehen. Auch der Bürgerverein wünsche sich keine weitere Verzögerung. Als wichtigen Aspekt nannte Klinkhardt die barrierefreie Zugänglichkeit des geplanten Trinkbrunnens. Mit einem „sehr kritischen Blickwinkel“ stimme auch die CDU-Fraktion dem Verwaltungsvorschlag zu, so Dr. Rahsan Dogan. Sie erinnerte daran, dass man den Menschen zugesagt habe, dass auf dem Bernhardusplatz wieder das Wasser sprudeln werde. Der vergangene Sommer sei sehr trocken und heiß gewesen, auch ein Zierbrunnen sei für die Verbesserung des Mikroklimas wichtig, so Dogan weiter. Nach Rücksprache mit dem Bürgerverein wolle man den Platz so schnell wie möglich wieder beleben. Man habe den vergangenen Sommer noch in Erinnerung, erklärte Dr. Raphael Fechler (SPD). Man wolle trotz der prekären Finanzsituation der Stadt an der ursprünglichen Planung mit einem Wasserspiel unverändert festhalten. Es gehe auch darum, glaubwürdig zu sein, so Fechler.
Änderungsantrag wurde abgelehnt
Auf die Einsparungen und geringeren Folgekosten wies Dr. Paul Schmidt (AfD) hin. „Man macht den Platz trotzdem gut nutzbar“, sagte Schmidt. Er stellte die Frage, ob freiwerdende Mittel dafür genutzt werden könnten, einen Kiosk oder Pavillon zu verwirklichen – ein mehrfach geäußerter Wunsch des Bürgervereins. Petra Lorenz (FDP/FW) wies auf das Spannungsfeld zwischen Haushaltsdisziplin und Klimaschutz hin. Die FDP/FW-Fraktion hatte einen Änderungsantrag eingebracht, der ein "weniger aufwendiges großes Wasserbecken mit nur einer kräftigen Fontäne" vorsah – dieser Antrag wurde im Gremium jedoch mehrheitlich abgelehnt. Der Änderungsantrag würde einen Baustopp, eine Neuausschreibung und eine Verschiebung des Projekts bedeuten, so Dirk Müller (CDU). Dr. Anton Huber (SPD) wies auf die Wichtigkeit von Trinkbrunnen hin, hätte aber eine Verdunstungsfläche favorisiert.
Fabian Gaukel (Volt) schlug vor, Förderprogramme zu nutzen, um zu einem späteren Zeitpunkt einen Brunnen zu realisieren. Er dankte der Verwaltung und dem Bürgerverein für den jetzigen Kompromiss. Die Fraktion Die Linke könne mit der Vorlage der Verwaltung leben, auch wenn große Sympathie für den Änderungsantrag bestehe, sagte Anne-Kathrin Berghoff. „Für uns war entscheidend, dass es jetzt weitergeht“, bekräftigte Lüppo Cramer (KAL). OB Dr. Frank Mentrup wies letztlich darauf hin, dass der Bürgerverein viel Geduld bewiesen habe.
Im Frühjahr 2027 sollen laut Gesamtplanung die Arbeiten abgeschlossen sein. -jd-