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Stadtjugendausschuss feiert 75-jähriges Jubiläum

Seit 1951 sehr engagiert für die Karlsruher Jugend / Einzigartiger Ansatz

Seit 75 Jahren eine starke Stimme für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen: Der Stadtjugendausschuss feiert Geburtstag. Seit 75 Jahren eine starke Stimme für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen: Der Stadtjugendausschuss feiert Geburtstag. © Stadtjugendausschuss

75 Jahre für Kinder, Jugendliche und Beteiligung: Der Stadtjugendausschuss e.V. (stja) feiert ein besonderes Jubiläum. Was heute selbstverständlich wirkt – offene Jugendhäuser, Mitsprachemöglichkeiten oder Freizeitangebote – hatte seinen Ursprung in einer schwierigen Zeit.Nach den Verheerungen der NS-Zeit stand die Jugendarbeit in Karlsruhe ganz am Anfang. Am 13. März 1951 schlossen sich die Jugendverbände zusammen, um die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu bündeln. Der neue Vorstand trieb früh Entwicklungen wie den Ausbau der offenen Jugendarbeit voran, baute Schritt für Schritt Angebote auf. So entstand ein Netzwerk aus offenen Treffpunkten, Verbänden und Mitmachmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aus der ganzen Stadtgesellschaft. Die Stärke des Stadtjugendausschusses lag von Beginn an in seiner integrativen Struktur: Er bezog nicht nur organisierte, sondern ausdrücklich auch nicht organisierte Jugendliche ein. Diese für die Bundesrepublik ungewöhnliche Vereinsform führte dazu, dass der Gemeinderat 1966 die öffentliche Jugendpflege an den Stadtjugendausschuss delegierte – ein großer Vertrauensbeweis für die Institution. Bis heute sind die rund 35 Jugendverbände (Sportvereine, politisch engagierte Gruppen, Pfadfinder oder kirchliche Gruppen) eine wichtige Säule des Stadtjugendausschusses.

Drei Fragen an den Geschäftsführer des Stadtjugendausschusses e.V., Daniel Melchien

Was waren die wichtigsten Meilensteine?

Kindern und Jugendlichen Gehör zu verschaffen, sich für deren Rechte einzusetzen ist unser wichtigstes Ziel. In den 75 Jahren konnten wir viel erreichen: Die ersten Jugendhäuser in Durlach und am Engländerplatz boten ab 1954 Raum für freies Spiel. 1962 kam mit Baerenthal ein wichtiger Ort der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich zustande. In den 1970ern wurde der rote Mobi-Bus eingeführt, bei dessen Spielaktionen sich Kids wie auf den Aktivspielplätzen frei austoben können. Das Jugendfreizeit- und Bildungswerk hat seit 1962 zahlreiche Ferienangebote. Seit 2011 gibt es jährlich die Jugendkonferenz, wo ihre Ideen direkt Vertretern aus Politik und Stadtverwaltung vortragen und umsetzen können. Der stja war und ist immer am Puls der Zeit: ein queeres Jugendzentrum, Armutsbekämpfung, Teams in Ganztagsgrundschulen, das „BeoNetzwerk“, und die Computerspielschule gehören ebenfalls zu den vielen Meilensteinen.

Wofür steht er ​heute?

Eine bunte, kreative, vielfältige Mischung aus ehrenamtlichen und hauptberuflichen Menschen, die sich jeden Tag mit viel Herzblut dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche eine stabile Umgebung bekommen und demokratische Gruppenprozesse erleben dürfen. Der stja steht für Vielfalt, Demokratie, freies Spiel, Beteiligung und Inklusion.

Warum ist der stja für Karlsruhe nach wie vor so wichtig?

Gerade heute, da unsere Demokratie zunehmend unter Druck gerät, die Klimakrise junge Menschen verunsichert, die Pandemie noch im Nacken sitzt und die Kassen leer sind, brauchen Kinder und Jugendliche Verlässlichkeit und Stabilität sowie pädagogische Fachkräfte, denen sie vertrauen, die sie fördern und ihnen wichtige demokratische Prozesse aufzeigen, sei es im Spiel oder bei der Hausaufgabenbetreuung.

Daneben verantwortet der Stadtjugendausschuss in der Fächerstadt die offene Kinder- und Jugendarbeit und ist Träger von Schülerhorten und Teams in Ganztagesgrundschulen. Das Spektrum der professionellen Arbeit in über 30 Einrichtungen reicht von den offenen sowie mobilen Angeboten in der Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu stadtweiten Beteiligungsangeboten, dem Präventionsnetzwerk, Inklusion, Berufsorientierung oder Armutsbekämpfung. Diese Verbindung aus ehrenamtlicher Verbandsarbeit und hauptberuflicher Kinder- und Jugendarbeit ist in Deutschland einzigartig.

75 Tage feiern

Der stja läutete mit der diesjährigen Vollversammlung das Jubiläum ein. An 75 Tagen wird seither bis zum 25. Mai auf unterschiedliche Weise Geburtstag gefeiert. Vom 30. März bis 3. April gibt es zahlreiche Osterferienprogramme, darunter eine Spieleaktion (täglich von 10 bis 15 Uhr) auf dem Spielplatz Alter Friedhof in Durlach für Kinder ab sechs Jahren. Am 17. April wird es von 16 bis 21 Uhr eine 5/7 Party für Teenies der Klassenstufen 5 bis 7 im NCO-Club in der Nordweststadt mit DJ Nico Beats und Jemga 35 bei freiem Eintritt geben. Vom 27. bis 29. April geht es bei den Rucksacktagen täglich in den Wald hinaus. Am 13. Mai verwandelt sich der Marktplatz in Karlsruhe von 16 bis 21 Uhr in ein lebendiges Pop-up-Jugendhaus mit Foodtruck, kühlen Getränken sowie einer Torwand, Tischtennis und vielem mehr. Am 21. April feiert die Antidiskriminierungsstelle ebenso wie am 17. Mai das queere Jugendzentrum LA ViE das zehnjährige Bestehen. Für den 24. Mai ist dann eine große Abschlussveranstaltung geplant. Mehr zu den ­Jubiläumsevents auf der Webseite des Stadtjugendausschusses www.stja.de.

Dies ist ein Beitrag der StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung.

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