"In der Vergangenheit haben sich immer wieder Menschen dazu entschieden, ihre Stadt in ihrem Erbe zu berücksichtigen," erklärt Juliane Wägerle, die bei der Stadt Karlsruhe für die Betreuung von Erbschaften zuständig ist. "Ob als Nachlass oder als eigene Stiftung – diese Personen hegten den Wunsch, ihre Heimat aktiv und verantwortungsbewusst mitzugestalten", so Juliane Wägerle weiter.
Deshalb ist es der Stadt Karlsruhe wichtig, diese besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements öffentlich zu würdigen. Teil dieser Anerkennungskultur sind die Blumengestecke, mit denen die Stadt alljährlich in der Vorweihnachtszeit die Gräber derer schmückt, die ein Vermächtnis oder eine Stiftung hinterlassen haben. Die Gestecke tragen Schleifen in den Stadtfarben Rot und Gelb mit der Aufschrift "Die Stadt Karlsruhe dankt für das großzügige Erbe". Inzwischen pflegt und betreut die Stadt über 35 solcher Gräber im gesamten Stadtgebiet.
Schülerinnen und Schülern eine Schulmitgliedschaft in der Experimeta ermöglicht
"Wenn ich am Ende des Jahres zurückblicke und sehe, welche Vorhaben die Erbschafts- und Stiftungsmittel möglich gemacht haben, erfüllt mich das mit großer Freude", sagt Juliane Wägerle. Mit den Mitteln der Stiftungen konnten in diesem Jahr beispielsweise Schülerinnen und Schüler eine Schulmitgliedschaft in der Experimeta in Heilbronn erwerben, Familien aus Oberreut Sommerfreizeiten erleben und weitere Ferienprogramme unterstützt werden.
Auch wurden im Bereich der jungen Pflege und der Seniorengymnastik verschiedene Projekte gefördert. Darüber hinaus hat das großzügige Engagement eines Ehepaares maßgeblich dazu beigetragen, dass diesen Sommer der Auenzwergepfad beim Naturschutzzentrum Rappenwört eröffnet werden konnte. Die hier entstandenen interaktiven Stationen dienen nicht nur der spielerischen Unterhaltung, sondern auch der Wissensvermittlung über die einzigartige Flora und Fauna der Auenlandschaft. Eine weitere Erbschaft ermöglichte die Neugestaltung der Außenanlagen der Seniorenresidenz am Wetterbach.
So entstand ein Ort der Gesundheit, des Wohlbefindens und der Gemeinschaft, der zugleich den Lebensstandard der Seniorinnen und Senioren erhöht. Der Jahresrückblick zur Weihnachtszeit ist für Juliane Wägerle nicht nur eine Gelegenheit, die geleistete Hilfe zu rekapitulieren. "Es ist auch eine schöne Gelegenheit, die Menschen zu würdigen, die diese Hilfe möglich gemacht haben."