Das derzeit (noch) kleinste Regenrückhaltebecken im Stadtgebiet, gelegen im Höhenstadtteil Stupferich, wird derzeit erweitert. Es ist eines von stadtweit 30 offenen Auffangbecken in Karlsruhe und soll bei Hochwasser infolge Starkregen Schutz bieten. Das bestehende Rückhaltebecken in der Ortslage Stupferich wurde 2001 fertiggestellt – und misst bislang 7.500 Kubikmeter Fassungsvermögen.
Seitdem hat es zwei Starkregenereignisse gegeben, die zum Handeln zwangen. Seit einigen Wochen laufen nun die Arbeiten für das neue Becken, das dann rund 20.000 Kubikmeter Volumen haben wird.
Bei Hochwasser 2016 war Grenze erreicht
Bei dem letzten dieser aufgetretenen Starkregenereignisse im August 2016 war die Grenze der Aufnahmefähigkeit des bisherigen Rückhaltebeckens erreicht, wie Bürgermeister Daniel Fluhrer jetzt bei einem Vorort-Termin erläuterte. Die Gefahren durch Starkregen würden sich häufen, ergänzte Tiefbauamtsleiter Martin Kissel. Entlang der Karlsbader Straße, südlich des Ortskerns, laufe das überschüssige Wasser in Richtung der Siedlung. Und das sei dann mit der Ortskanalisation „nicht mehr beherrschbar“, so Kissel.
Bereits zweimal hatte das vorhandene Becken – am 1. Juni 2013 und an jenem 25. August 2016 – größere Schäden verhindert. Mittlerweile falle, als Folge des Klimawandels, in den Sommermonaten oft die komplette Regenmenge eines Monats, von 50 bis 70 Millimetern, an nur ein oder zwei Tagen, so der Leiter des Tiefbauamts.
Rückhaltebecken wird im Betrieb umgebaut
Nach einer Machbarkeitsstudie hatten sich die Planer auf eine Lösung mit dem verhältnismäßig geringsten Flächenverbrauch geeinigt. Das bestehende Rückhaltebecken wird im Betrieb umgebaut, und durch Flächen nahe dem Ortsrand erweitert. Ein nördlich des Bestands verlaufender Damm wird wieder abgetragen, mitsamt einer Baustraße, und nahe dem Ortsrand wieder aufgetürmt.
Das neue Becken soll wieder Starkregenereignisse mit einer Wahrscheinlichkeit von einmal in 100 Jahren (so genanntes „100-jähriges Hochwasser“) abfedern können. Der Bau des Beckens hat im März begonnen und soll, bis zur Fertigstellung in diesem Herbst, 1,7 Millionen Euro kosten. Der westlich der Karlsbader Straße verlaufende Geh- und Radweg ist in der Bauphase abschnittsweise gesperrt. -stj-