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Realisierung hängt an Finanzen

Stadtteilentwicklungskonzept für Daxlanden / Zwei Jahre Vorarbeit geleistet

Bürgerschaftliches Engagement: Zahlreiche Ideen brachten die Teilnehmenden in den Stadtteilentwicklungsprozess ein. Bürgerschaftliches Engagement: Zahlreiche Ideen brachten die Teilnehmenden in den Stadtteilentwicklungsprozess ein. © Lothar Nernn

Rund 70 Bürgerinnen und Bürger kamen am vergangenen Samstag in das ­Gehörlosenzentrum, wo das Stadtentwicklungskonzept für Daxlanden vorgestellt wurde. 
Zuvor hatten sich innerhalb von zwei Jahren mehrmals Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und der Stadtverwaltung zu Zukunftsforen getroffen. Außerdem wurden Arbeitsgruppen gebildet, Ideen gesammelt und schließlich das Konzept erarbeitet. Mitarbeitende der Bürogemeinschaft metris aus Heidelberg moderierten die Treffen und fassten die Ergebnisse zusammen. Als Résumé brachte nun das Amt für Stadtentwicklung den rund 150 Seiten dicken Band "Stadtentwicklungskonzept Daxlanden, Ziele und Maßnahmen" heraus. Grafisch und textlich sind darin über 40 wünschenswerte Ziele und ein vielfaches an Maßnahmen aufgezeigt, die den Stadtteil weiterbringen könnten.

"Leitplanken" stehen

Der Stadt Karlsruhe sei es immer wichtig gewesen, dass die Bürger in den Prozess eingebunden werden, meinte Bürgermeister Dr. Albert Käuflein bei der Vorstellung. Auch wenn das Konzept jetzt stehe, "die Umsetzung der Maßnahmen kann nur mit angezogener Handbremse erfolgen", wies Käuflein auf die angespannte Haushaltssituation der Kommune hin. Aber auch wenn die Umsetzung etwas dauern könne, sei nichts verloren, so der Bürgermeister. Architektin Charis Nichtern von der Bürogemeinschaft metris sah sogar einen Vorteil im Geldmangel: Planen könne man auch gut, wenn das Geld weg sei. Denn dann sei man mit den Planungen fertig und könne sofort mit der Umsetzung beginnen, wenn wieder Geld da sei. Die "Leitplanken" würden stehen, anpassen könne man die Maßnahmen dann immer noch.

Bürgermeister Dr. Albert Käuflein bei der Vorstellung des Stadtteilentwicklungskonzepts

Fonds mit 10.000 Euro steht bereit

Begleitet werden die Daxlander jetzt vom Amt für Stadtentwicklung. Das Monitoring sei für drei bis fünf Jahre geplant, vielleicht dauere es je nach Finanzlage der Stadt auch länger, berichtete Damiris Helbig, Mitarbeiterin des Amtes. Einige Maßnahmen wie neue Schilder am Bouleplatz oder ein Willkommensfest für Neubürger seien sogar schon verwirklicht worden. Möglich machte dies ein Fonds, in dem insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung standen.

Andere Maßnahmen, wie das bessere Vernetzen von Angeboten oder regelmäßige Veranstaltungen zum besseren Kennenlernen – etwa durch Spieleabende und Kochkurse – oder auch mehr Ladesäulen für E-Autos könnten wohl kurzfristig umgesetzt werden. Größere Vorhaben von der Dimension eines Bürgertreffs oder eines Kulturzentrums ließen sich nur langfristig realisieren. Allerdings sind auch einige formulierte Maßnahmen für die Stadt nicht umsetzbar. So könne die die Verwaltung nicht mehr Supermärkte oder Bäckereien nach Daxlanden bringen, weil die Läden private Immobilien sind. Ebensowenig sei sie beispielsweise für Fahrplan und Streckenführung der Verkehrsbetriebe zuständig.

Persönliche Gespräche

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Stadtteilquiz über Daxlanden und einer kleinen Ausstellung zu den Arbeitsgruppen, die sich auch vorstellten. ­Anschließend fanden noch persönliche Gespräche in kleineren Gruppen statt.
Infos zum Stadtteilentwicklungskonzept Daxlanden gibt es online unter beteiligung.karlsruhe.de. Außerdem können noch einige Exememplare des gedruckten Berichts an der Rathauspforte abgeholt werden. -ner-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 46 am 14. November 2025.

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