"Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Dass dieses Netzwerk-Engagement der Drais-Gemeinschaftsschule „mehr als nur ein Schild an der Wand ist“, so Zehntklässlerin Diana Hrytsenko, verdeutlicht die Bildungseinrichtung seit dieser Woche eindrucksvoll auf ihrem Pausenhof. Dort sind mehrere Dutzend großformatiger Portraits von Holocaust-Überlebenden zu sehen und werktags bis 16 Uhr zugänglich. Die Werke stammen aus der Kamera des Mannheimer Künstlers Luigi Toscano, der mit über 400 Zeitzeugen persönlich Kontakt aufgenommen und als autodidaktisch ausgebildeter Fotograf daraus die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ konzipiert hat.
"Ein Zeichen der Erinnerung"
Nachdem die Präsentation bereits in vielen Städten zu sehen war, gastiert sie bis zum 27. März in der Fächerstadt. Damit wolle die Drais-Schule "ein Zeichen der Erinnerung und der Menschlichkeit setzen", sagte Rektorin Heike Willamowski bei der Ausstellungseröffnung in der vollbesetzten Aula. Die auf den Fotos porträtierten Menschen hätten als Kinder und Jugendliche „eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte durchlitten und überlebt“. Daher appellierte Willamowski an die Schülerinnen und Schüler: "Begegnen wir diesen Menschen mit Respekt und Ehre". Wer mehr über das Schicksal der einzelnen Personen erfahren möchte, kann über QR-Codes Informationen abrufen. „Was Ihr erfahren werdet, ist sehr berührend und erschreckend“, sagte die Schulleitern.
Großes Kompliment für Erinnerungsarbeit
Als Zeitzeuge sprach der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Günter Fischer der Schule „ein ganz großes Kompliment dafür aus, was sie hier leistet“. Ein großer Teil seiner Familie war von den Nationalsozialisten in den Lagern ermordert worden oder starb an den Folgen der Haft. Noch könne er Vorträge an Schulen halten, sagte Fischer, doch bald seien Menschen seiner Generation dazu nicht mehr in der Lage. In Zeiten, in denen AfD-Politiker wie Björn Höcke den Holocaust leugneten, komme daher der Jugend eine wichtige Rolle bei der Erinnerungarbeit zu.
Gegen Ausgrenzung eintreten
Dies unterstrich auch Diana Hrytsenko, die mit ihrer Mitschülerin Mishaal Butt die Eröffnung moderierte: „Es ist wichtig, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen", sagte sie, und "es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt“. Ausgrenzung beginne ganz alltäglich, "manchmal sind es nur Worte oder Witze, aber auch das verletzt". Genau dem gelte es entschieden entgegenzutreten, ergänzte der frühere Drais-Lehrer Detlef Puhl: "Die letzte Konsequenz des Aussortierens haben wir in Auschwitz gesehen". -eck-