Pünktlich zur Sommer-Pressekonferenz des Oberbürgermeisters hatte sich Mitte September das Wetter noch mal von seiner schönen Seite gezeigt.
Auf dem Dach der Karlsruher Leitstelle präsentierte Dr. Frank Mentrup seine Themen: „Der Sommer war beglückend. Karlsruhe ist ein ausgezeichneter Treffpunkt für Menschen in Zeiten kritischer Diversität.“ So sei der Ansturm auf „Das Fest“ mit 260 000 Besuchern deutlich stärker als in anderen Jahren gewesen. Auch die Schlosslichtspiele strahlen Attraktivität aus. Dort hätte man alle Bevölkerungsgruppen antreffen können. Er zeigte sich von der friedlichen Atmosphäre begeistert. „Wir hatten ein paar auswärtige Delegationen zu Gast, die alle positiv überrascht waren“, berichtete das Stadtoberhaupt. Der Start von „Lounge 76“ sei ebenso ein Erfolg gewesen. „Wir haben attraktive Angebote, die die Menschen in Scharen anziehen.“
Die Hitze wird bleiben
Mentrup sprach im Anschluss die Hitzewelle an, die Menschen und Pflanzenwelt stark stressten. Der Aufwand bei der Wasserversorgung für Bäume sei ein ganz anderer als vor zehn Jahren. Selbst als hitzebeständiges geltendes Grün hätte unter der Dürre 2026 gelitten. „Wir bekommen nicht so viele Bäume nachgepflanzt wie absterben“, teilte der OB mit. So wie auf die großen lebenden Schattenspender hat die Hitze Auswirkungen auf Karlsruherinnen und Karlsruher.
Zwar könne die Stadt in Bezug auf gefährdete Menschen unterstützen, doch wäre es ebenso wichtig, dass etwa Nachbarn auf ältere Mitmenschen achteten. Es gelte technische Möglichkeiten zur Kühlung zu nutzen oder sogar andere Aufenthaltsorte anzubieten. Er zeigte sich deswegen dankbar, dass Kunstmuseum und ZKM kurzfristig bei Hitzetagen kostenlosen Eintritt gewährt hätten.
Haushalt: Schicksalsjahr 2027
Schließlich kam Mentrup zu der finanziellen Ausstattung der Kommune: „Es wird potenziell 2027 eine Haushaltssperre geben. Die Höhe der finanziellen Lücke lässt sich noch nicht beziffern.“ Die Summe werde sich für 2027 zwischen 20 und 120 Millionen Euro belaufen. „Die klassischen Einsparmöglichkeiten sind ausgeschöpft. Wenn keine Hilfe von Außen kommt, gibt es massive Einschnitte“, warnte Mentrup.
Er bekomme auf Landesebene unterschiedliche Signale. Ministerien drängten darauf, dass kommunale Leistungen, die thematisch ihnen zugeordnet sind, nicht beschnitten werden. Gleichzeitig bestehe die Landesregierung darauf, dass der Haushalt nicht aus dem Ruder laufe. „Nächstes Jahr wird für viele Kommunen ein Schicksalsjahr. Einige werden Schwierigkeiten bekommen, selbst die Gehälter zu bezahlen“, prognostizierte der OB.