Noch hat der Baseball und Softball Club "Karlsruhe Cougars" sein Sportgelände hinter der Dualen Hochschule an der Erzbergerstraße. Weil dieses aber in das Areal des Neubaugebiets "Zukunft Nord" fällt, soll dem Verein ein neues Domizil im Neureuter Tiefgestade eingerichtet werden. Hierauf verständigte sich der Gemeinderat, wenn auch mit einigen Gegenstimmen.
Mehr als 23 Millionen Euro Invest
Kern des Beschlusses ist, dass auf dem Gesamtareal "Unterer Dammweg / An der Sandgrube / B36", wo derzeit schon die Bestandsvereine CVJM Neureut, TG Neureut, FC Neureut und der Taubenzuchtverein Heimatliebe ansässig sind, eine Neuordnung herbeigeführt werden soll. Des Weiteren geht an die Verwaltung der Auftrag, die Finanzierung hierfür zu erstellen und insbesondere nach Fördermöglichkeiten zu suchen. Denn die Kosten sind beachtlich. Auf rund 23,3 Millionen Euro investiver Mittel beziffert die Gemeinderatsvorlage den Aufwand für das Vorhaben, davon entfielen alleine 11,1 Millionen auf die "Cougars".
Die "Rote Karte" zeigen
Hieran entzündete sich der Widerstand etwa bei der SPD-Fraktion. "Der Preis, den dieses Projekt mit sich bringt, ist einfach zu hoch", erklärte Mathias Tröndle, so dass der Rat die "Rote Karte" zücken müsse. Zudem befürchtete Tröndle eine "Lex Neureut" mit einseitiger Bevorzugung eines Vereins ab. Auch die AfD stimmte gegen die Vorlage ab, nachdem ihr Ergänzungsantrag scheiterte, wonach ein Teil der Investitionen aus dem Klimafonds und anderen Mitteln für den Klimaschutz finanziert werden sollte. "11 Millionen für 170 aktive Mitglieder - andere Vereine träumen von so etwas", sagte Stadtrat Rouven Stolz. Thomas Hock (FDP/FW) begründete die Absage seiner Fraktion mit der schwierigen Haushaltslage: "Der große Tanker Stadt hat Schlagseite, die Pumpen sind schon angelaufen".
CDU sieht "Win-Win-Projekt"
Demgegenüber verteidigte CDU-Fraktionschef Detlef Hofmann das Vorhaben als "Win-Win-Projekt", das "den Sport in Karlsruhe eine Stufe weiterbringen" würde. Auch die Grünen stehen prinzipiell hinter dem Umzug der "Cougars" und der Neuordnung der übrigen Vereine, wenngleich "wir damit keinen Freibrief für die Entscheidung in den Haushaltsberatungen erteilen können", wie der Fraktionsvorsitzende Aljoscha Löffler betonte.
Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz zeigte Verständnis für die Bedenken ob der schwierigen finanziellen Lage. Allerdings habe die Stadt bislang noch nicht geprüft, ob eine Untstützung durch Bundes- oder Landesförderung möglich sei. Dies solle baldmöglichst nachgeholt werden.