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Neues Leben unter der Brücke

Ergebnisse des Wettbewerbs für "WestbahnHUB" in Grünwinkel vorgestellt

Entwurf des Züricher Büros „Studio Vulkan / Pool Architekten“  für den Westbahn HUB Entwurf des Züricher Büros "Studio Vulkan / Pool Architekten" für den künftigen "WestbahnHUB" an der Grünwinkler Brücke © Stadt Karlsruhe, Georg Hertweck

Sonderlich viel Aufenthaltsqualität strahlt das Areal am Westbahnhof derzeit nicht unbedingt aus. Eine dominierende Straßenbrücke, Gewerbebetriebe und Brachflächen bestimmen das Bild. Doch das Stadtplanungsamt macht Hoffnung: "Hier soll eine neue Mitte für Grünwinkel entstehen", sagt Projektleiter David Reiher-Leibrich und zeigt dazu die passenden Entwürfe.

Rampen als barrierefreier Gleiszugang

Für die Präsentation hatten sich Reiher-Leibrich und die stellvertretende Amtsleiterin Heike Dederer einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht. An der von Graffiti übersäten Betonwand unter der Grünwinkler Brücke hingen die Pläne von vier Architekturbüros, die ihre Entwürfe für eine Planungswerkstatt eingereicht hatten. Aus diesen wählte nun ein Expertengremium das Züricher "Studio Vulkan / Pool Architekten" als Empfehlung zur Umsetzung aus. An der Arbeit habe das Gremium besonders geschätzt, dass sie sich "auf die Suche nach Lösungen, die trotzdem finanzierbar sind", begeben habe, so Dederer. "Als charmantes Element identifiziert" habe man dabei insbesondere, dass die "fast schon historischen Treppentürme" zu den Bahnsteigen des Westbahnhofs durch barrierefreie Rampen ersetzt werden sollen. Hierdurch lasse sich der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr deutlich aufwerten und damit eine Forderung der Deutschen Bahn erfüllen. Diese habe eine Aufwertung des Westbahnhofs als Bedingung für zusätzliche Zughalte genannt.

Grüner Platz mit individuellen Orten

"Positiver Pragmatismus – Anknüpfen an was schon da ist." Mit dieser These gingen die Züricher Planer ihre Untersuchung des Umfelds an. Nach ihren Vorstellungen soll "ein grüner Bahnhofsplatz mit vielen individuellen Orten" entstehen. So soll beispielsweise die Fläche unter der Brücke entsiegelt und als "Warteraum" genutzt werden. Zur Aufwertung ist ein Kiosk ebenso denkbar wie Sportangebote. Eines stellte Heike Dederer deutlich klar: "Wir wollen diese wichtige Fläche nicht mit Parkplätzen verpulvern."

Gastronomie kommt ins ROTAG-Areal

In dem benachbarten, von Hard­eckstraße und Grünwinkler Brücke umschlossenen Areal – dem künftigen "WestbahnHUB" – ist eine deutliche Nachverdichtung vorgesehen. Als Blickfang und Landmarke einer innerstädtischen Achse dient dabei ein Hochhaus mit maximal 45 Metern Höhe. Auch in die andere Richtung dehnt sich die neue Grünwinkler Mitte aus. Der Zaun zum Gelände der ehemaligen Tabakfabrik, dem ROTAG-Areal, soll fallen, nachdem als Vorleistung der Grünstreifen in den letzten Wochen bereits kräftig ausgeholzt wurde. Schon im kommenden Jahr soll dann die ehemalige ROTAG-Direktorenvilla mit einer gastronomischen Nutzung belebt werden, kündigte Iris Dietrich von der Karlsruher Fächer GmbH an. Ganz so schnell geht dagegen die Umsetzung des "WestbahnHUB" nicht. Dederer und Reiher-Leibrich erklärten, dass das Projekt zunächst in die Gremien gehe, um die Finanzierung zu klären. Außerdem müsse ein Bebauungsplan aufgestellt werden. "Vor 2030 steht da noch nichts."  

David Reiher-Leibrich und Heike Dederer vom Stadtplanungsamt erläutern die verschiedenen Wettbewerbsentwürfe für den Westbahn-HUB

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