Unter neuer Leitung wird ab Herbst das Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe stehen. Nachdem sich der Gemeinderat mehrheitlich für sie entschieden hat, übernimmt Heike Weißer zum 1. Dezember 2025 die Amtsleiterstelle. Sie tritt damit die Nachfolge von Martin Kissel an, den Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup vor kurzem in den Ruhestand verabschiedet hatte.
"Hohe Fach- und Führungskompetenz"
"Mit Heike Weißer konnten wir eine ausgewiesene Expertin gewinnen, die sich durch hohe Fach- und Führungskompetenz auszeichnet", freut sich Bürgermeister Daniel Fluhrer auf die künftige Zusammenarbeit. Eine umfassende wissenschaftliche Ausbildung, praktische Erfahrungen auf verschiedenen Gebieten und über 20 Jahre Erfahrung in leitender Funktion hätten den Ausschlag gegeben. "Ich bin überzeugt, dass das Tiefbauamt unter der neuen Leitung auch weiterhin seine Schlüsselrolle für das Funktionieren der Stadtgesellschaft erfüllen kann", so Fluhrer weiter.
Rückkehr zu den Wurzeln
Aktuell leitet Heike Weißer noch den Fachbereich Tiefbau der Universitätsstadt Tübingen. Für die 55-Jährige ist der Wechsel ins Badische eine Art Rückkehr zu den Wurzeln, denn 1997 hatte sie an der hiesigen Universität die Diplomprüfung im Fach Bauingenieurwesen erfolgreich absolviert und war anschließend zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Siedlungswasserwirtschaft tätig. An diese Zeit hat die gebürtige Balingerin beste Erinnerungen: „Karlsruhe ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität und einer besonderen Kombination von Natur und Kultur“. Komplettiert hatte sie ihre Qualifikation darüber hinaus durch ein Aufbaustudium der Wirtschaftswissenschaften mit dem Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieurin.
Verkehrsinfrastruktur und Hochwasserschutz
Ausschlaggebend für die berufliche Neuorientierung war für Heike Weißer die Perspektive, „die infrastrukturelle Entwicklung einer dynamischen Großstadt maßgeblich mitzugestalten“. Hierzu zählt sie insbesondere Großprojekte aus den Gebieten nachhaltige Verkehrsinfrastruktur und Hochwasserschutzmaßnahmen. Weitere wichtige Schwerpunkte sind die Anpassung an den Klimawandel, Strategien zur Bewältigung des Fachkräftemangels und die Herausforderung, in Zeiten knapper Kassen dennoch die laufende Instandhaltung von Bauwerken sicherstellen zu können.
Beim Thema Stadtentwässerung kann die neue Amtsleiterin auf einen besonders großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, angefangen vom Vertiefungsbereich Wasserbau und Wasserwirtschaft während des Studiums bis hin zur Leitung der Abteilung Wasserwirtschaft (und Grün) in Tübingen von 2002 bis 2022. Des Weiteren engagiert sich die passionierte Imkerin und Bogenschützin bereits seit Jahren ehrenamtlich in der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) als Dozentin und Moderatorin. Die Stadtentwässerung wieder in ihrem Verantwortungsbereich zu haben, sieht Heike Weißer daher als einen großen Gewinn ihres Wechsels in die Fächerstadt an.