Es ist ein wichtiges Signal für den Stadtteil: Einstimmig hat der Gemeinderat den Weg für einen Neubau der Anne-Frank-Schule in Oberreut geebnet. Nach Vorberatung im Bauausschuss wurde ein entsprechender Sperrvermerk im Doppelhaushalt 2026/27 aufgehoben. Damit kann nun mit der Ausführungsplanung begonnen werden. Möglicher Baubeginn wäre frühestens Ende 2027. Das Projekt beinhaltet den Schulneubau für die Primär- und Sekundärstufe sowie die Neugestaltung der Außenanlagen.
Die Gemeinschaftsschule mit aktuell 670 Schülerinnen und Schülern umfasst die Klassenstufen 1 bis 10. Auf dem Areal befinden sich aktuell ein Schulgebäude und vier Pavillons aus den 1960er Jahren, die nun in mehreren Schritten abgerissen werden sollen, sowie zudem eine Einfeld-Sporthalle und eine Ganztageseinrichtung. Umgesetzt wird nun der Entwurf des ersten Preisträgers aus dem Architekturwettbewerb von 2022.
Geplant ist ein dreigeschossiger Neubau – mit offenem Lernkonzept, Klassen-, Fach- und Aktivräumen. Eine multifunktionale Mensa soll auch für schulische Veranstaltungen genutzt werden können. Die Küche ist für Essen für bis zu 780 Schülerinnen und Schüler ausgelegt. Der Gesamtentwurf orientiert sich am Passivhausstandard, Ziel ist ein Nullenergie-Gebäude. Verkleidet wird die Fassade mit Holz, Teilbereiche werden begrünt. Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 51,7 Millionen Euro. Während der Bauphase verbleibt die Primarstufe in den Pavillons, die Sekundarstufe wird in die Ernst-Frey-Straße 10 ausgelagert.
Zur Finanzierung des Projektes sollen Zuschüsse aus dem LuKIFG herangezogen werden – dem Gesetz zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen. Bürgermeisterin Yvette Melchien bezeichnete den Neubau als „zentrale Bildungsinvestition für Oberreut“, die Entscheidung dafür müsse zudem in schwieriger Haushaltslage getroffen werden. Dr. Clemens Cremer (Grüne) begrüßte vor allem die geplante Holzbauweise und Nachhaltigkeit des Gebäudes und freute sich über ein „klares Signal an Oberreut“. SPD-Stadträtin Sybel Uysal sagte: „Wer gute Bildung will, muss auch bereit sein, in Schulen zu investieren.“ Der Stadtteil bekomme eine Schule, die auf zeitgemäßes Lernen ausgerichtet sei. Thomas Hock (FDP/FW) wünschte sich eine einvernehmliche Entscheidung des Gremiums als „wichtiges Signal für die Öffentlichkeit“ – die letztlich auch so eintrat: Alle 46 Gemeinderäte stimmten mit „Ja“. -jd-