Von der "neuen Mitte" über "Magnetfunktion" bis hin zu "einem Stück Stadtbaugeschichte": So groß sind die Erwartungen an die Neugestaltung am Ettlinger Tor und groß wird das Projekt in der Tat, denn in den nächsten Jahren soll dort Karlsruhes zweithöchstes Gebäude entstehen. Nun steht auch fest, wer die Gestaltung des ehemaligen Postgiro-Areals übernimmt. Das Architekturbüro Max Dudler setzte sich in einem zweistufigen Wettbewerb durch.
Ausgelobt hatte diesen Wettbewerb das Unternehmen des Freiburger Immobilienentwicklers Peter Unmüssig. Er ist Eigentümer des Gebäudes, das derzeit unter seiner Postadresse Kriegsstraße 100 kurz als "K100" gehandelt wird. Weil Erhaltung und Umbau des aus dem Jahr 1978 stammenden Gebäudes als nicht zielführend eingeschätzt wurde, muss es einem Neubau weichen – und das möglichst bald.
Investor will 2030 Fertigstellung feiern
"Anfang 2030 können wir hier die Eröffnung feiern", zeigt sich Unmüssig überzeugt, die auf rund 400 Millionen Euro veranschlagte Investition auch umzusetzen, "wir sind gut aufgestellt". Zumal im Wettbewerbsverfahren „der Entwurf gewählt wurde, der am besten vermarktbar ist“. Bei dem Preisträger, der sich am Ende unter 15 ausgewählten Büros durchgesetzt hatte, handelt es sich um keinen Unbekannten. Vor fünf Jahren hatte Max Dudler bereits im Werkstattverfahren Ettlinger Tor richtungsweisende Vorschläge eingebracht.
„Er ist einer Idee gefolgt, die er am Ende überzeugend umsetzen kann“, bescheinigte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup dem Entwurf eine hohe Qualität. Mit der Weiterentwicklung des Postgiro-Areals erhalte das Quartier am Ettlinger Tor „eine neue Lebendigkeit“. Auch Baubürgermeister Daniel Fluhrer freute sich über das Ergebnis: „Das ist eine wunderbare Grundlage, wie Karlsruhe sich weiterentwickeln kann“. Die „alte Zäsur der Kriegsstraße“ werde damit endgültig überwunden, so Fluhrer, und der Hermann-Levi-Platz vor dem Staatstheater könne zu einer „Bühne des öffentlichen Lebens“ werden.
Blockrandbebauung erneuern
Alle sechs Büros, die es in die zweite Runde des Wettbewerbs schafften, hätten „die Grundstrukturen sehr detailliert durchgearbeitet“, lobte der Jury-Vorsitzende Wolfgang Riehle. Zur Aufgabenstellung zählte dabei die Gebäudestruktur mit einem Hochhaus und der Blockrandbebauung entlang der Kriegs-, Ettlinger und Kreuzstraße ebenso wie die Ausgestaltung als „Multi-Use-Quartier“ mit verschiedenen Nutzungen und der Aspekt der Nachhaltigkeit.
Das einstimmige Votum für den Entwurf von Max Dudler liege daran, dass er diesen vielfältigen Anforderungen am besten gerecht werde, erklärte Riehle. Der Entwurf, der im nächsten Schritt nun „in Bau – und Planungsrecht übersetzt wird“, so Fluhrer, bestach vor allem durch seine klare Gliederung in verschiedene Nutzungsarten.