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"Multi-Use-Quartier" als Ziel

Wettbewerb für Neubebauung des "K100" am Ettlinger Tor / Künftig zweithöchstes Gebäude Karlsruhes

Erfreut über das Wettbewerbsergebnis zeigen sich OB Mentrup, Peter Unmüssig, Wolfgang Riehle,
Stadtplanungsamtsleiterin Anke Karmann-Woessner und BM Fluhrer (v.l.). Erfreut über das Wettbewerbsergebnis zeigen sich OB Mentrup, Peter Unmüssig, Wolfgang Riehle, Stadtplanungsamtsleiterin Anke Karmann-Woessner und BM Fluhrer (v.l.). © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Von der "neuen Mitte" über "Magnetfunktion" bis hin zu "einem Stück Stadtbaugeschichte": So groß sind die Erwartungen an die Neugestaltung am Ettlinger Tor und groß wird das Projekt in der Tat, denn in den nächsten Jahren soll dort Karlsruhes zweithöchstes Gebäude entstehen. Nun steht auch fest, wer die Gestaltung des ehemaligen Postgiro-Areals übernimmt. Das Architekturbüro Max Dudler setzte sich in einem zweistufigen Wettbewerb durch.

Ausgelobt hatte diesen Wettbewerb das Unternehmen des Freiburger Immobilienentwicklers Peter Unmüssig. Er ist Eigentümer des Gebäudes, das derzeit unter seiner Postadresse Kriegsstraße 100 kurz als "K100" gehandelt wird. Weil Erhaltung und Umbau des aus dem Jahr 1978 stammenden Gebäudes als nicht zielführend eingeschätzt wurde, muss es einem Neubau weichen – und das möglichst bald.

Investor will 2030 Fertigstellung feiern

"Anfang 2030 können wir hier die Eröffnung feiern", zeigt sich Unmüssig überzeugt, die auf rund 400 Millionen Euro veranschlagte Investition auch umzusetzen, "wir sind gut aufgestellt". Zumal im Wettbewerbsverfahren „der Entwurf gewählt wurde, der am besten vermarktbar ist“. Bei dem Preisträger, der sich am Ende unter 15 ausgewählten Büros durchgesetzt hatte, handelt es sich um keinen Unbekannten. Vor fünf Jahren hatte Max Dudler bereits im Werkstattverfahren Ettlinger Tor richtungsweisende Vorschläge eingebracht.

„Er ist einer Idee gefolgt, die er am Ende überzeugend umsetzen kann“, bescheinigte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup dem Entwurf eine hohe Qualität. Mit der Weiterentwicklung des Postgiro-Areals erhalte das Quartier am Ettlinger Tor „eine neue Lebendigkeit“. Auch Baubürgermeister Daniel Fluhrer freute sich über das Ergebnis: „Das ist eine wunderbare Grundlage, wie Karlsruhe sich weiterentwickeln kann“. Die „alte Zäsur der Kriegsstraße“ werde damit endgültig überwunden, so Fluhrer, und der Hermann-Levi-Platz vor dem Staatstheater könne zu einer „Bühne des öffentlichen Lebens“ werden.

Blockrandbebauung erneuern

Alle sechs Büros, die es in die zweite Runde des Wettbewerbs schafften, hätten „die Grundstrukturen sehr detailliert durchgearbeitet“, lobte der Jury-Vorsitzende Wolfgang Riehle. Zur Aufgabenstellung zählte dabei die Gebäudestruktur mit einem Hochhaus und der Blockrandbebauung entlang der Kriegs-, Ettlinger und Kreuzstraße ebenso wie die Ausgestaltung als „Multi-Use-Quartier“ mit verschiedenen Nutzungen und der Aspekt der Nachhaltigkeit.

Das einstimmige Votum für den Entwurf von Max Dudler liege daran, dass er diesen vielfältigen Anforderungen am besten gerecht werde, erklärte Riehle. Der Entwurf, der im nächsten Schritt nun „in Bau – und Planungsrecht übersetzt wird“, so Fluhrer, bestach vor allem durch seine klare Gliederung in verschiedene Nutzungsarten. 

 

Visualisierung des künftigen Gebäudekomplexes auf der Nordseite der Kriegsstra´ße

Als Herzstück ragt vor allem das Hochhaus heraus. Mit 84 Metern Höhe wird es die zweite Landmarke in der Innenstadt nach dem sechs Meter höheren neuen Landratsamt. Das Gebäude beinhaltet künftig ein Hotel, Wohnungen und an der Spitze eine öffentliche Nutzung, etwa als Aussichtspunkt. Damit sich das Hochhaus in der Blickachse vom Schloss Richtung Süden nicht hinter dem Turm der Stadtkirche erhebt, war das Baufeld an der Kreuzstraße schon vorgegeben.

Rund 300 neue Wohneinheiten

Daneben entsteht ein weiteres Wohngebäude, so dass auf dem Areal insgesamt rund 300 Wohneinheiten geschaffen werden. Des Weiteren ist ein Boarding-House vorgesehen und zur Kriegsstraße hin vor allem Büronutzung. Die drei Untergeschosse sieht das Büro Dudler als „infrastrukturelles Rückgrat des Quartiers“ mit Tiefgarage, Supermarkt und Technikräumen. Ein besonderes Augenmerk liegt neben dem Erhalt der Bestandsbäume zudem auf der Torsituation an der Karl-Friedrich-Straße. Dort soll ein doppelgeschossiges, lichtdurchflutetes Bauwerk über dem Zugang zur U-Strab-Haltestelle Ettlinger Tor entstehen, um den Kundinnen und Kunden ein ansprechendes Entrée ins Quartier zu bieten.

Die sechs Wettbewerbsarbeiten aus der Endrunde sind noch am Freitag, 7. November, sowie am Montag und Dienstag, 10./11. November, zwischen 11 und 14 Uhr im sechsten Obergeschoss des Postgiro-Gebäudes ausgestellt. -eck-

Modell der künftigen Bebauung am Ettlinger Tor mit dem Turm des Landratsamts (links) und dem Hochhaus der Firma Unmüssig

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 45 am 7. November 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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