Der Wettbewerb verfolgt das Ziel, das Interesse an wirtschaftlichen und naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu fördern. Und so standen auch in diesem Jahr wieder vor allem jene Ideen im Mittelpunkt, die den Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie aktiv in die Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft stark machen sollen.
Sonderpreis für das Albert-Schweitzer-Gymnasium Gernsbach
Mit 27 Bewerbungen war die Auswahl der sechs "Besten" keine leichte Aufgabe. Überzeugen konnte das Projekt des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Gernsbach, das mit dem Sonderpreis für „Demokratisches Engagement“ ausgezeichnet wurde. Ihr Projekt „Schule als Staat“ ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Schülerinnen und Schüler spielerisch politische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können. „Wir verwandeln die Schule für drei Tage in einen fiktiven Staat, in dem wir alle politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben selbst übernehmen“, erklärt ein Schüler der Gruppe – mit einer eigenen Nationalhymne, Flagge und Währung, Unternehmen und Institutionen.
„Mit dem Preisgeld können wir sehr viel anfangen“, dankten die Projektverantwortlichen der Wirtschaftsstiftung und kündigten an, die Ergebnisse des Projekts auf ihrer Webseite zu präsentieren.
Roboter in der Grundschule
Ein weiteres bemerkenswertes Projekt kam von der Joß-Fritz-Schule in Bruchsal, die mit ihrem Projekt „Digitale Bildung mit Zukunft - Robotik und Programmieren von Anfang an“ überzeugte. Programmierung und Robotik schon in der Grundschule zu vermitteln, das geht – und zwar kindgerecht, wie die verantwortlichen Lehrer Daniela Stricker und Leandro Knobloch mit einem kreativen Kurzfilm zeigen. Dabei setzt die Schule auf die visuelle Programmiersprache Scratch, mit der die Kinder eigene Geschichten, Spiele und Animationen entwickeln können. So können bereits Kinder der Klassen 1 bis 4 erste Schritte im Programmieren machen. In den höheren Klassen arbeiten sie dann mit komplexeren Systemen. „Wenn wir wollen, dass Kinder die digitale Zukunft gestalten, müssen wir ihnen die Werkzeuge an die Hand geben“, betont Stricker.
Klimabewusstsein für die Kleinsten
Ein weiteres Projekt, das sich intensiv mit einem aktuellen Thema auseinandersetzte, war der Seminarkurs „Mensch, Klima, Technik“ der Carl-Engler-Schule. Die Schülerinnen und Schüler dieser Gruppe haben ein digitales Kindersachbuch entwickelt, das den Klimawandel kindgerecht erklärt. „Unser Ziel war es, die Ursachen des menschengemachten Klimawandels verständlich und altersgerecht zu vermitteln“, erläuterte ein Schüler der Projektgruppe.
Die Gruppe hat auch konkrete Schritte unternommen, um ihr Wissen weiterzugeben: In Zusammenarbeit mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) werden sie ab 2026 Workshops für Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen durchführen. Man wolle direkt die betroffenen Generationen ansprechen, so die Schüler. Die Gruppe hat bereits Erfahrungen in einem Knielinger Kinderhort gesammelt, wie lange sich Kinder auf ein solch komplexes Thema konzentrieren und welche Aspekte sie besonders interessieren. Zum Projekt gehörte auch eine Führung im Zoo unter dem Fokus, welche Tiere durch den Klimawandel bedroht sind und ein Stand auf dem Artenschutztag
Das Projekt wurde von der Jury als besonders herausragend bewertet, da es nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch den praktischen Umgang mit einem so drängenden Thema wie dem Klimawandel fördert. Das Preisgeld wird in Materialien investiert, um das Projekt weiter auszubauen und noch mehr Kinder für das Thema zu sensibilisieren.
Ein Schulgarten als Gemeinschaftsprojekt
Das Goethe-Gymnasium hat sich mit seinem Projekt „Schulgarten-Umbau“ ebenfalls einen Preis verdient. Das Projekt zielt darauf ab, eine vernachlässigte Grünfläche der Schule in einen nachhaltigen Schulgarten zu verwandeln. "Schon immer habe ich mich über die mit Dornen zugewachsene 'verschenkte' Grünfläche geärgert", erklärte Lorenz Schenk, ein Teilnehmer des Projekts. Anstatt sich weiter im Stillen daran zu stören, brachte er die Idee, diese Fläche nutzbar zu machen, in seinen Seminarkurs ein und fand schnell begeisterte Mitstreiter. Neben einem Schulgarten soll auch ein Ort entstehen, wo man sich zurückziehen und die Natur genießen kann.