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Mit innovativen Ideen die Zukunft gestalten

Schulwettbewerb 5x500 prämiert Schülerprojekte für MINT und Wirtschaft

Gruppenfotos bei der Preisverleihung durch die Wirtschaftsstiftung Südwest, Karlsruhe zum Wettbewerb 5 x 500 Euro Freude über Preise bei fünf der prämierten Schulen: Schüler und Lehrer des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gernsbach, der Joß-Fritz-Schule Bruchsal-Untergrombach, der Carl-Engler-Schule Karlsruhe, des Goethe-Gymnasiums Karlsruhe und der Carl-Netter-Realschule Bühl mit Sparkassen-Vorstandsmitglied Marc Sesemann (l.) und Andrea Scholz, Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsstiftung Südwest (2.v.l.). © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Der Wettbewerb "5x500" der Wirtschaftsstiftung Südwest zeigte in diesem Jahr erneut, wie vielseitig die Ideen von Schülerinnen und Schülern sein können, wenn es um die Förderung von technischen und wirtschaftlichen Themen oder die Berufsorientierung geht. In der Sparkasse Karlsruhe am Europaplatz stellten Ende Januar die Projekte ihre Ergebnisse vor, welche die Jury überzeugen konnten. Sie decken ein breites Spektrum ab – von digitalen Bildungsinitiativen über kreative Umweltprojekte bis hin zu innovativen Konzepten im Bereich der politischen Bildung.

„Warum machen wir das?“, fragte Andrea Scholz, die Vorsitzende der Wirtschaftsstiftung Südwest, in ihrer Begrüßung und gab die Antwort gleich selbst: „Weil wir es wichtig finden, dass Schülerinnen und Schüler schon frühzeitig auf eine so schwierige Entscheidung wie die Berufswahl gut vorbereitet werden. Und weil wir sie darin unterstützen wollen, ihre Zukunft selbstbewusst zu gestalten.“

Die Wirtschaftsstiftung Südwest wurde im Dezember 2000 von der Stadt Karlsruhe, der Sparkasse Karlsruhe und der Volksbank pur eG als gemeinnützige Stiftung gegründet. Sie ist auf dem Gebiet der Volks- und Berufsbildung und bei der Vermittlung von Wissen für junge Menschen zur Berufswahl tätig.

Der Wettbewerb verfolgt das Ziel, das Interesse an wirtschaftlichen und naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu fördern. Und so standen auch in diesem Jahr wieder vor allem jene Ideen im Mittelpunkt, die den Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie aktiv in die Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft stark machen sollen.

Sonderpreis für das Albert-Schweitzer-Gymnasium Gernsbach

Mit 27 Bewerbungen war die Auswahl der sechs "Besten" keine leichte Aufgabe. Überzeugen konnte das Projekt des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Gernsbach, das mit dem Sonderpreis für „Demokratisches Engagement“ ausgezeichnet wurde. Ihr Projekt „Schule als Staat“ ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Schülerinnen und Schüler spielerisch politische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können. „Wir verwandeln die Schule für drei Tage in einen fiktiven Staat, in dem wir alle politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben selbst übernehmen“, erklärt ein Schüler der Gruppe – mit einer eigenen Nationalhymne, Flagge und Währung, Unternehmen und Institutionen.

„Mit dem Preisgeld können wir sehr viel anfangen“, dankten die Projektverantwortlichen der Wirtschaftsstiftung und kündigten an, die Ergebnisse des Projekts auf ihrer Webseite zu präsentieren.

Roboter in der Grundschule

Ein weiteres bemerkenswertes Projekt kam von der Joß-Fritz-Schule in Bruchsal, die mit ihrem Projekt „Digitale Bildung mit Zukunft - Robotik und Programmieren von Anfang an“ überzeugte. Programmierung und Robotik schon in der Grundschule zu vermitteln, das geht – und zwar kindgerecht, wie die verantwortlichen Lehrer Daniela Stricker und Leandro Knobloch mit einem kreativen Kurzfilm zeigen. Dabei setzt die Schule auf die visuelle Programmiersprache Scratch, mit der die Kinder eigene Geschichten, Spiele und Animationen entwickeln können. So können bereits Kinder der Klassen 1 bis 4 erste Schritte im Programmieren machen. In den höheren Klassen arbeiten sie dann mit komplexeren Systemen. „Wenn wir wollen, dass Kinder die digitale Zukunft gestalten, müssen wir ihnen die Werkzeuge an die Hand geben“, betont Stricker.

Klimabewusstsein für die Kleinsten

Ein weiteres Projekt, das sich intensiv mit einem aktuellen Thema auseinandersetzte, war der Seminarkurs „Mensch, Klima, Technik“ der Carl-Engler-Schule. Die Schülerinnen und Schüler dieser Gruppe haben ein digitales Kindersachbuch entwickelt, das den Klimawandel kindgerecht erklärt. „Unser Ziel war es, die Ursachen des menschengemachten Klimawandels verständlich und altersgerecht zu vermitteln“, erläuterte ein Schüler der Projektgruppe.

Die Gruppe hat auch konkrete Schritte unternommen, um ihr Wissen weiterzugeben: In Zusammenarbeit mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) werden sie ab 2026 Workshops für Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen durchführen. Man wolle direkt die betroffenen Generationen ansprechen, so die Schüler. Die Gruppe hat bereits Erfahrungen in einem Knielinger Kinderhort gesammelt, wie lange sich Kinder auf ein solch komplexes Thema konzentrieren und welche Aspekte sie besonders interessieren. Zum Projekt gehörte auch eine Führung im Zoo unter dem Fokus, welche Tiere durch den Klimawandel bedroht sind und ein Stand auf dem Artenschutztag

Das Projekt wurde von der Jury als besonders herausragend bewertet, da es nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch den praktischen Umgang mit einem so drängenden Thema wie dem Klimawandel fördert. Das Preisgeld wird in Materialien investiert, um das Projekt weiter auszubauen und noch mehr Kinder für das Thema zu sensibilisieren.

Ein Schulgarten als Gemeinschaftsprojekt

Das Goethe-Gymnasium hat sich mit seinem Projekt „Schulgarten-Umbau“ ebenfalls einen Preis verdient. Das Projekt zielt darauf ab, eine vernachlässigte Grünfläche der Schule in einen nachhaltigen Schulgarten zu verwandeln. "Schon immer habe ich mich über die mit Dornen zugewachsene 'verschenkte' Grünfläche geärgert", erklärte Lorenz Schenk, ein Teilnehmer des Projekts. Anstatt sich weiter im Stillen daran zu stören, brachte er die Idee, diese Fläche nutzbar zu machen, in seinen Seminarkurs ein und fand schnell begeisterte Mitstreiter. Neben einem Schulgarten soll auch ein Ort entstehen, wo man sich zurückziehen und die Natur genießen kann.

Die verwilderte Grünfläche am Goethe-Gymnasium soll umgestaltet werden.
Eine Visualisierung zeigt die Pläne der Projektgruppe mit Hochbeeten und Palettenmöbeln.

Zusätzlich fördert der Umbau das Umweltbewusstsein und das Gemeinschaftsgefühl. Alle Klassenstufen werden in die anstehenden Arbeiten einbezogen, darunter beim Abräumen der Fläche und dem Bau von Hochbeeten und Palettenmöbeln. „Es war uns wichtig, dass wir unseren Mitschülern das Gefühl mitgeben, dass wir alle etwas für unser lokales sowie globales Klima tun können“, betonte die Projektgruppe.

Upcycling und Mini-Unternehmertum

Die Astrid-Lindgren-Schule in Forst erhielt Unterstützung für das Projekt „APaKu – Astrids Pausenkunst“, in dem 16 Schüler der Klassen 2 bis 4 gemeinsam eine Schülerfirma gründeten, um sogenannte Flowersticks zu produzieren und zu verkaufen. Diese Jonglage- und Geschicklichkeitsspielzeuge werden aus Upcycling-Materialien hergestellt, was das Projekt besonders nachhaltig macht. Das Projekt fördert nicht nur das handwerkliche Geschick, sondern auch die unternehmerische Denkweise der jungen Schüler. Das Preisgeld soll in einen Plotter investiert werden, um die Produktion zu verbessern und das Projekt weiter auszubauen.

Lernraum der Zukunft

Das letzte Projekt, das an diesem Tag vorgestellt wurde, kam von der Carl-Netter-Realschule in Bühl. Der „MakerSpace Future Lab“ ist ein kreativer Lernraum, der allen Schülerinnen und Schülern der 7. bis 10. Klasse zur Verfügung steht. Hier können die Jugendlichen mit 3D-Druckern, Lasercuttern, Stickmaschinen und VR-Brillen arbeiten und so ihre kreativen und technischen Fähigkeiten ausbauen. „Die Schüler sind Ansprechpartner, übernehmen Verantwortung und Support“, erklärt Schulleiter Steffen Faller. Zusätzlich soll der MakerSpace als Reparaturwerkstatt für Kleingeräte und Displays genutzt werden, wobei das Projekt besonders in der Nachbarschaft der Schule aktiv werden möchte. „Wir möchten auch älteren Menschen aus der Umgebung bei technischen Problemen helfen und so einen weiteren sozialen Mehrwert schaffen“, stellt Faller eine Erweiterung des Projekts um "NachbarschaftsPaten" in Aussicht. Das Preisgeld wird für spezielles Werkzeug und die Erweiterung des MakerSpaces verwendet.

Prämierte Projekte im Schuljahr 2025/2026

Prämierte Schulen 5x500-Schulwettbewerb 2025/2026
Prämierte Schulen 5x500-Schulwettbewerb 2025/2026
Prämierte Schulen 5x500-Schulwettbewerb 2025/2026
Prämierte Schulen 5x500-Schulwettbewerb 2025/2026
Prämierte Schulen 5x500-Schulwettbewerb 2025/2026

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