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Menschen, Wespen und Hornissen

Asiatische Hornissen Nest entfernen im Stadtgarten 2021 aus einer Platane, in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Im Stadtgarten wurde 2021 ein Nest der Asiatischen Hornissen aus einer Platane entfernt. © Stadt Karlsruhe, GBA, Stephan Gehrlein

Zahlreiche Wespen und Hornissen sind aktuell wieder unterwegs und bauen fleißig ihre Nester in der Natur oder auch an Häusern. Sowohl mit den Wespen, zu deren Familie auch die Hornissen gehören, als auch mit anderen Arten der sogenannten Hautflügler kann es zu Konflikten zwischen Mensch und Tier kommen. Auch Bienen können in der Nähe des Menschen auftauchen. Es sind jedoch nur die heimischen Wespen, die auf Süßspeisen und Fleisch fliegen, und damit für Verdruss sorgen.

Ein friedliches Zusammenleben von Menschen und Wespen im Sommer ist trotzdem möglich, denn Wespen stechen nur, sobald sie sich bedroht fühlen. In der Regel stellen umherfliegende Wespen bei Beachtung bestimmter grundsätzlicher Verhaltensweisen daher keine erhebliche Gefahr dar: Vermeiden Sie heftige Bewegungen und Wegpusten. Es ist außerdem sinnvoll, Nahrungsmittel im Freien abzudecken und Reste wegzuräumen. Nach dem Essen sollte bei Kindern der Mund abgewischt werden, um Wespen nicht anzulocken. Wespen können außerdem von Gerüchen wie Parfum oder ähnlichen starken Düften angezogen werden. Außerdem fliegen sie gerne auf bunte Kleidung.

Bevor ein Nest beseitigt wird, sollte man sich darüber bewusst sein, dass auch Wespen und Hornissen eine wichtige Rolle im Ökosystem übernehmen. Sie sind Nützlinge der Natur und erbeuten viele für uns lästige Insekten, die sie an ihren Nachwuchs verfüttern und somit die Funktion eines natürlichen Schädlingsbekämpfers übernehmen. Jede Wespe, die wie die Biene Blüten besucht, um dort den süßen Nektar aufzusaugen, trägt außerdem zur Bestäubung bei.

Natürliche Schädlingsbekämpfer

Viele Wespen bauen ihre Nester an Nischen und in Spalten von Häusern, zum Beispiel in Rollladenkästen. Bei Wespennestern am Haus ist es wichtig, diese nicht einfach einzuschließen, da an verschlossenen Einfluglöchern häufig aggressive Wespen warten. Empfehlenswert ist es, die Tiere durch Fliegengitter am Einflug in die Wohnung zu hindern und ausreichend Distanz zu den Nestern zu halten sowie deren Flugbahn freizuhalten. Die Nester können dann nach dem ersten Frost problemlos abgenommen werden, wenn ein Großteil der Wespen gestorben ist. Aktive Wespennester sollten nicht grundlos und nicht selbstständig, sondern nur durch Fachpersonen wie Schädlingsbekämpfende oder Imkerinnen sowie Imker, entfernt werden. Denn eine Störung am Nest kann die Tiere aggressiv machen. 

Die Europäische Hornisse dagegen ist sogar besonders geschützt, da sie in der Vergangenheit immer seltener geworden ist. Daher ist die Entfernung ihrer Nester nicht erlaubt. Hornissen sind in der Regel friedlich und scheu. Mit der nötigen Distanz von circa zwei Metern zum Nest sowie der Meidung der Flugbahn der Tiere stellen diese in der Regel keine Gefahr dar.

Auf dem Speiseplan der heimischen Hornissen stehen auch andere Wespenarten. Mit einem Hornissennest im Garten bleibt die Wespenplage beim gemeinsamen Grillen oder Kaffeetrinken aus.

Falls nötig, können Hornissenstaaten, die sich an einem kritischen Platz angesiedelt haben, durch geschultes Fachpersonal umgesiedelt werden. Betroffene können sich an den Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe werden: per Mail an , oder telefonisch unter 0721/ 133-3103. Dort werden auch weitere Fragen beantwortet.

Invasiv: asiatische Hornissen

In den vergangenen Jahren breitet sich zunehmend auch die Asiatische Hornisse in der Region aus. Sie stammt aus Südostasien und ist nach EU-Recht als invasiv eingestuft, weshalb sie lange verpflichtend bekämpft werden musste. Seit Ende März 2025 hat sich die Rechtslage verändert, wodurch die Beseitigungspflicht von Nestern der Asiatischen Hornisse entfällt. Die Beauftragung und Kostenübernahme einer Nestentfernung erfolgen nun durch die Grundstücks- und Hauseigentümerinnen sowie Eigentümer selbst, sofern diese eine Entfernung für notwendig erachten. Dennoch soll eine Verifizierung des Nestes durch die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) erfolgen.

Welche Hornissenart sich bei Betroffenen niedergelassen hat, wie das weitere Vorgehen ist und wer die richtigen Ansprechpartner sind, findet sich unter karlsruhe.de/hornissen. Dort gibt es auch den Link zur Meldeplattform der LUBW für Nester der Asiatischen Hornisse.

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