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Lisbach im Interview: Zusätzliche Verantwortung bewusst

Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach im Gespräch beim Interview zum  Amtsantritt Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach im Gespräch beim Interview zum Amtsantritt © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Bettina Lisbach ist seit 2019 Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Karlsruhe mit Zuständigkeit für die Bereiche Natur- und Klimaschutz, Brand- und Katastrophenschutz, Friedhofswesen, Abfallwirtschaft, Forst, sowie Grünflächenplanung und Grünpflege. Seit diesem Jahr bekleidet sie zudem das Amt der Ersten Bürgermeisterin.

Wie fühlen Sie sich in Ihrer Rolle als Erste Bürgermeisterin?

Nach knapp drei Monaten habe ich mich in der neuen Rolle gut eingefunden. Ich bin mir der zusätzlichen Verantwortung sehr bewusst, freue mich aber auch über die mit dem Amt verbundene Wertschätzung. Auf meinen Arbeitsalltag wirkt sich die neue Aufgabe vor allem dann aus, wenn ich den Oberbürgermeister vertrete, etwa wenn er im Urlaub oder auf Dienstreise ist. Dann übernehme ich einzelne Repräsentationstermine oder auch gelegentlich die Leitung einer Sitzung. Das ist in den letzten Wochen aber nur selten vorgekommen. 

Wie bereiten Sie sich auf längere Abwesenheiten des Oberbürgermeisters vor?
Wir sprechen im Vorfeld die anstehenden Aufgaben ab. So muss ich gelegentlich Unterschriften tätigen oder Vorlagen für den Gemeinderat freigeben. Dabei bekomme ich gute Unterstützung von den zuständigen Fachreferentinnen und -referenten. Auch sonst übernehmen wir Beigeordnete öfter Vertretungen für den Oberbürgermeister oder vertreten uns gegenseitig. Insofern ist das nicht ganz neu für mich. 

Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsdruck in Ihrem Dezernat?
In meinem Dezernat bündeln sich viele spannende, aber auch herausfordernde Zukunftsthemen. Ein großer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Anpassung an den Klimawandel. Hier sind insbesondere der Erhalt und die Weiterentwicklung unseres Stadtgrüns und der Bäume wichtig. Der Klimawandel führt immer häufiger zu langen Hitze- und Trockenperioden. Viele Bäume sind deshalb krank oder sterben ab. Wir müssen klimastabile Baumarten nachpflanzen und unseren Wald klimaresilient umbauen. Auch die Bewässerung der städtischen Bäume und Grünflächen wird immer aufwändiger. All das kostet Geld, das im städtischen Haushalt gerade knapp ist. Zusätzliche Unterstützung von Bund und Land ist hier dringend notwendig.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der gesundheitliche Schutz der Bevölkerung vor extremen Hitzeereignissen. Unser Hitzeaktionsplan legt Schutzmaßnahmen an Kitas, Schulen und in Pflegeeinrichtungen fest, die nun schrittweise umgesetzt werden müssen. Eine wichtige Aufgabe in meinem Dezernat ist auch der Katastrophenschutz. In Zeiten multipler Krisen beschäftigen uns zunehmend Themen wie Cybersicherheit, die Versorgung mit Energie und Wasser oder auch die Gesundheitsversorgung im Krisenfall. Um uns hier krisenfest aufzustellen, hat der Gemeinderat bei den letzten Haushaltsberatungen eine erste Tranche von zweieinhalb Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zusätzliche finanzielle Unterstützung von Bund und Land ist auch hier dringend erforderlich. Das gilt nicht zuletzt auch für unser städtisches Klinikum, das – wie die meisten kommunalen Krankenhäuser – rote Zahlen schreibt. Hier ist insbesondere der Bund gefordert, endlich eine solide Krankenhausfinanzierung auf die Beine zu stellen. 

Und wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Dezernentinnen und Dezernenten?
Die Zusammenarbeit funktioniert insgesamt gut. Natürlich gibt es bei einzelnen Themen inhaltliche Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Prioritäten. Aber wir arbeiten kollegial zusammen und su-chen bei Problemen gemeinsam nach Lösungen. Über die wesentlichen Fragen entscheidet ohnehin der Gemeinderat, abhängig von den jeweiligen politischen Mehrheiten. 

Was ist Ihr Ziel am Ende der Amtszeit?
Mir ist sehr wichtig, dass Karlsruhe auch in Zukunft eine grüne Stadt bleibt, dass wir unsere Klimaschutzziele erreichen und dass wir eine stabile stationäre und auch ambulante Gesundheitsversorgung für Karlsruhe und die Region haben. Auch ist mein Ziel, dass wir als Stadt im Katastrophenschutz resilient aufgestellt und auf Krisen gut vorbereitet sind.

Und was möchten Sie als Erste Bürgermeisterin erreichen?
Als Erste Bürgermeisterin möchte ich vor allem eine zuverlässige Vertretung unseres Oberbürgermeisters sein. Daneben haben gute und gesunde Lebensbedingungen in unserer Stadt, aber auch eine gut funktionierende Verwaltung für mich und meine Arbeit als Bürgermeisterin höchste Priorität. 

 

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 12 am 20. März 2026.

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