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Korrosion in Stahlstäben

Schlossplatztunnel-Sanierung aufwendiger als geplant

Pressetermin zur Sanierung Schlossplatztunnel Stand Ende August 2025 - nach Asphaltabtragung verzögert sich die Sanierung durch Korrosion der Stahlstäbe im Beton; Blick aus derm Tunnel in Richtung Osten Der Schlossplatztunnel wird derzeit umfangreich saniert – auf der Tieffahrspur kann der Tunnel von Osten her noch genutzt werden, allerdings nur für Fahrzeuge bis 2 Meter Durchfahrtshöhe. © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Der Schlossplatztunnel dient als Unterführung für den Straßen-verkehr am Schloss, zudem bietet er die Zufahrt zur Schlossplatzgarage und den beiden L-Bank-Parkhäusern. Der 1964 bis 1965 gebaute Tunnel muss aktuell aufgrund von Baufälligkeit saniert werden. Seit Ende Juni sind die Hauptfahrspuren gesperrt, der Abschluss der kompletten Sanierungsarbeiten ist für Ende 2026 vorgesehen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde nun festgestellt, dass die Stahlstäbe im Beton unter der Fahrbahn und an den Fahrbahnseiten deutlich mehr Korrosion aufwiesen, als zunächst angenommen, was erst nach dem Abtragen der Fahrbahn ersichtlich werden konnte, so Baubürgermeister Fluhrer bei einem Pressetermin auf der Baustelle. Er zeigt auf geöffnete Stellen, dort hatten sich Stäbe vereinzelt bereits komplett aufgelöst. Wenn man ein Bauwerk der 1960er Jahre öffnet, könne das durchaus passieren, erläutert Fluhrer. Die Sanierung sei dadurch aufwendiger. Fluhrer rechnet mit weiteren sechs Wochen Bauzeit. Ob und inwieweit sich das auf das anvisierte Ende der Gesamtbauzeit auswirkt, lasse sich derzeit noch nicht absehen, ergänzt der Bereichsleiter konstruktiver Ingenieurbau beim Tiefbauamt, Dirk Milbich.

Erste Sanierung in den 1990er Jahren

Derartige Tunnel hätten laut Milbich eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren, so Milbich. Der Tunnel wurde bereits in den 1990er Jahren aufwendig saniert, nun folge – nach zwei Dritteln der Lebensdauer – eine weitere Sanierung, was durchaus üblich sei. In dem Fall bestand der Grund neben dem Tunnelzustand auch in einer neuen Vorschrift, die Notwege auch für kurze Tunnel, zu denen das 168 Meter lange Bauwerk mit seiner zusätzlichen 300 Meter langen Tieffahrspur zählt.

Wie ergibt sich die sechswöchige Verzögerung durch den korrodierten Stahl? Für den Austausch der sogenannten Bewehrung in der Zwischendecke sei nach Erkenntnis der Problematik bei der zuständigen Baufirma Leon Weiss das nötige Spezialgerät geordert worden, es sei allerdings erst mit zeitlichem Versatz verfügbar. Man sei im Gespräch mit der Baufirma und um die bestmögliche Lösung für die Stadt bemüht, betonten Dirk Milbich und Maximilian Zendt, Standortleiter Bauwerksinstandsetzung und Gussasphalt bei Leon Weiss. Sie müssten bis zu sechs Zentimeter Material zusätzlich abtragen, die Nutzung der Tiefgaragen sei allerdings nicht beeinträchtigt, versicherte der Tiefbauamt-Bereichsleiter.

Pressetermin zur Sanierung Schlossplatztunnel Stand Ende August 2025 - nach Asphaltabtragung verzögert sich die Sanierung durch Korrosion der Stahlstäbe im Beton

Streusalz und Wasser als langfristiger „Materialfresser“

Aber weshalb ist das Material unerwartet korrodiert – liegt eventuell ein Materialfehler beim ursprünglichen Bau vor? „Die Bewehrung war sicher mal in Ordnung“, schätzt Milbich die Situation ein. Über die Jahrzehnte drängen Streusalz und Wasser ein, das könne den Beton auflösen und die Stahlstäbe angreifen. Nach dem Abtragen des Asphalts wurde die gesamte Fahrbahn mit einem Hammer abgeklopft, so konnten entstandene Hohlräume erkannt werden. Die Kosten für die zusätzlichen Maßnahmen seien derzeit noch schwierig abzuschätzen, erklärte Milbich. 

Tunnel weiterhin von Osten befahrbar

Der Tunnel kann derzeit mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Kilometern pro Stunde weiterhin von der Ostseite (Waldhornstraße) durchfahren werden, allerdings ist die Tieffahrspur nur für maximal zwei Meter hohe Fahrzeuge geeignet. In den letzten Wochen gab es hier mehrere Unfälle von zu hohen Fahrzeugen, deren Fahrer die fixierte Warnschild-Traverse nicht beschädigten, was zu kurzfristigen Straßensperrungen führte. Zwischenzeitlich hat die Stadt ein bewegliches Warnschild installiert.

Normale Fahrspuren vermutlich ab Ende Oktober nutzbar

Derzeit geht das Tiefbauamt davon aus, die normalen Fahrspuren gegen Ende Oktober wieder freigeben zu können. Zusätzlich zur Ost-Durchfahrung des Tunnels wurde zum Baustellenbeginn eine Umleitung über den Adenauerring eingerichtet. -nke-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 37/38 am 12. September 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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