Der Schlossplatztunnel dient als Unterführung für den Straßen-verkehr am Schloss, zudem bietet er die Zufahrt zur Schlossplatzgarage und den beiden L-Bank-Parkhäusern. Der 1964 bis 1965 gebaute Tunnel muss aktuell aufgrund von Baufälligkeit saniert werden. Seit Ende Juni sind die Hauptfahrspuren gesperrt, der Abschluss der kompletten Sanierungsarbeiten ist für Ende 2026 vorgesehen.
Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde nun festgestellt, dass die Stahlstäbe im Beton unter der Fahrbahn und an den Fahrbahnseiten deutlich mehr Korrosion aufwiesen, als zunächst angenommen, was erst nach dem Abtragen der Fahrbahn ersichtlich werden konnte, so Baubürgermeister Fluhrer bei einem Pressetermin auf der Baustelle. Er zeigt auf geöffnete Stellen, dort hatten sich Stäbe vereinzelt bereits komplett aufgelöst. Wenn man ein Bauwerk der 1960er Jahre öffnet, könne das durchaus passieren, erläutert Fluhrer. Die Sanierung sei dadurch aufwendiger. Fluhrer rechnet mit weiteren sechs Wochen Bauzeit. Ob und inwieweit sich das auf das anvisierte Ende der Gesamtbauzeit auswirkt, lasse sich derzeit noch nicht absehen, ergänzt der Bereichsleiter konstruktiver Ingenieurbau beim Tiefbauamt, Dirk Milbich.
Erste Sanierung in den 1990er Jahren
Derartige Tunnel hätten laut Milbich eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren, so Milbich. Der Tunnel wurde bereits in den 1990er Jahren aufwendig saniert, nun folge – nach zwei Dritteln der Lebensdauer – eine weitere Sanierung, was durchaus üblich sei. In dem Fall bestand der Grund neben dem Tunnelzustand auch in einer neuen Vorschrift, die Notwege auch für kurze Tunnel, zu denen das 168 Meter lange Bauwerk mit seiner zusätzlichen 300 Meter langen Tieffahrspur zählt.
Wie ergibt sich die sechswöchige Verzögerung durch den korrodierten Stahl? Für den Austausch der sogenannten Bewehrung in der Zwischendecke sei nach Erkenntnis der Problematik bei der zuständigen Baufirma Leon Weiss das nötige Spezialgerät geordert worden, es sei allerdings erst mit zeitlichem Versatz verfügbar. Man sei im Gespräch mit der Baufirma und um die bestmögliche Lösung für die Stadt bemüht, betonten Dirk Milbich und Maximilian Zendt, Standortleiter Bauwerksinstandsetzung und Gussasphalt bei Leon Weiss. Sie müssten bis zu sechs Zentimeter Material zusätzlich abtragen, die Nutzung der Tiefgaragen sei allerdings nicht beeinträchtigt, versicherte der Tiefbauamt-Bereichsleiter.