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Kommunale Gesundheitskonferenz zur hausärztlichen Versorgung

Auftakttreffen im Rathaus: Lösungsansätze für komplexes Problem

Karlsruher Gesundheitskonferenz: Arbeitsgruppen vertieften Themenschwerpunkte. Karlsruher Gesundheitskonferenz: Arbeitsgruppen vertieften Themenschwerpunkte. © Stadt Karlsruhe, Amt für Umwelt und Arbeitsschutz

Auch in Karlsruhe wird es zunehmend schwieriger, eine Hausärztin oder einen Hausarzt zu finden. Einige Praxen haben einen Aufnahmestopp und können keine weiteren Patientinnen und Patienten behandeln.

Um das komplexe Problem von verschiedenen Seiten zu betrachten und Lösungsansätze zu erarbeiten, hat die Stadt Karlsruhe zu einer Kommunalen Gesundheitskonferenz ins Rathaus gebeten. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft Karlsruhe, des Landratsamtes mit Gesundheitsamt, der Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, des Städtischen Klinikums, des Gemeinderats und der Stadtverwaltung. Das Treffen wurde von allen Beteiligten als wichtiger Auftakt verstanden, um in enger Kooperation aller relevanter Akteure die hausärztliche Versorgung in Karlsruhe langfristig und in guter Qualität sicherzustellen.

Auch in Karlsruhe wird sich die Situation verschärfen

Bisher war dieses Problem eher im ländlichen Raum bekannt. Es ist jedoch absehbar, dass sich auch in einer Großstadt wie Karlsruhe die Situation verschärfen wird. Hausärztinnen und Hausärzte, die aus Altersgründen ihre Praxis aufgeben möchten, finden immer öfter keine Nachfolge. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Junge Ärzte möchten oft in einer anderen Praxisstruktur arbeiten, bevorzugen beispielsweise Gemeinschaftspraxen und Teilzeitmodelle. Auch sind die Anforderungen an Praxisräumlichkeiten etwa im Hinblick auf Größe und Barrierefreiheit gestiegen.

Große Unterschiede in den Stadtteilen

Nach Vorstellung der aktuellen Versorgungssituation durch die Kassenärztliche Vereinigung wurden die Teilnehmenden über die Ergebnisse zweier Umfragen des Amts für Stadtentwicklung informiert. Eine Umfrage befasste sich mit der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf ihre hausärztliche Versorgung im Stadtteil. Sie kam zum Ergebnis, dass es große Unterschiede in den Stadteilen gibt. Der überwiegende Teil der Befragten ist zufrieden oder sehr zufrieden. In einigen Stadtteilen, wie Oberreut oder der Südstadt geben deutlich mehr Befragte an, eher oder sehr unzufrieden zu sein.

Die meisten Befragten haben ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin im Stadtteil, ungefähr ein Drittel muss längere Wege zurücklegen. Patienten und Patientinnen, die schon lange in fester hausärztlicher Betreuung sind, hatten damals wenig Probleme, eine Praxis in ihrem Stadtteil zu finden. Dies fällt in den letzten Jahren, zum Beispiel nach einem Umzug, immer schwerer.

Ärztinnen und Ärzte sind sich der Probleme bewusst

Die zweite Umfrage wandte sich direkt an Hausärztinnen und Hausärzte, um deren Situation zu erfassen. In zusätzlichen Interviews wurden bewusst sowohl junge als auch ältere Hausärztinnen und Hausärzte zu ihren Vorstellungen hinsichtlich der Praxisübernahme befragt. Dabei zeigte sich, dass den Medizinerinnen und Medizinern die Probleme bewusst sind. Aufnahmestopp in den Praxen, Probleme bei Hausbesuchen und ein Fachkräftemangel für die Praxisorganisation wurden hier genannt. Für eine Praxisgründung fehlen angemessene Räumlichkeiten in ausreichender Größe und die Anforderungen an eine moderne Work-Life-Balance erfordern eine andere Praxisorganisation.

Vorstellung der Ergebnisse im Fachausschuss

Im Anschluss an diese Berichte wurden bei der Gesundheitskonferenz verschiedene Themenschwerpunkte in Arbeitsgruppen vertieft. Sowohl die Gewinnung von Nachwuchs zur Praxisübernahme als auch der allgemeine Mangel an medizinischem Fachpersonal waren Teil der Diskussion. Dabei wurde nach konkreten Lösungsansätzen für die aktuellen Herausforderungen gesucht. So sollten Hausbesuche attraktiver werden. Auch mehr Unterstützung bei der Praxisgründung und der Suche nach passenden Räumlichkeiten könnte ein Ansatzpunkt sein. Die Stadt Karlsruhe wird die Beiträge auswerten und dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit in einer öffentlichen Sitzung vorstellen.

 

 

 

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