Seit 2023 verbindet Karlsruhe und die ukrainische Stadt Winnyzja eine Städtepartnerschaft. Sie bildet die Grundlage für das vielfältige Engagement der Stadtverwaltung zur Unterstützung der Menschen vor Ort. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus der Stadtgesellschaft werden konkrete Bedarfe ermittelt und gezielte Hilfsmaßnahmen organisiert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der medizinischen Versorgung. Das Städtische Klinikum Karlsruhe (SKK) bringt sich mit seiner fachlichen Expertise und Sachspenden ein und hat bereits mehrere Hilfslieferungen unterstützt – zuletzt im März.
Für den aktuellen Transport stellte das Klinikum 40 ausgemusterte Krankenhausbetten inklusive Matratzen und elektrischer Steuerung, Roll- und Toilettenstühle sowie Reinigungs- und Hygieneausstattung bereit. Der Rotary Club Karlsruhe-Schloss steuerte medizinische Geräte bei, die aus der Auflösung einer Karlsruher Arztpraxis stammen. Darüber hinaus spendete der Club ein Balkonkraftwerk mit einer Leistung von 1.800 Watt und flexiblen Solarmodulen im Wert von 1.000 Euro. Es ist für die Hauptabteilung des Staatsnotstandsdienstes der Ukraine im Gebiet Winnyzja bestimmt. In einem Testlauf soll die Anlage dazu beitragen, die Kommunikation zwischen den Hilfseinrichtungen auch bei eingeschränkter Energieversorgung sicherzustellen.
Gezielte Hilfe für verwundete Soldaten
Eine weitere Lymphliege der Hagsfelder Werkstätten (HWK) ergänzte die medizinische Ausstattung. Die HWK hat bereits eine Lymphliege dieser Ausführung sowie mehrere Exemplare einer weiteren gespendet. Dank ihrer besonderen Lagerungsmöglichkeiten können verwundete Soldaten gezielt und bedarfsgerecht positioniert werden. Dies erleichtert insbesondere die schonende Behandlung verletzter Gliedmaßen. Die Anschaffungskosten der aktuellen Lymphliege in Höhe von 3.850 Euro werden durch eine Spende des Lions Clubs Karlsruhe in Höhe von 2.000 Euro sowie durch Spendenmittel der Karlsruher Lebenshilfe für den verbleibenden Betrag getragen.
„Als Krankenhaus der Maximalversorgung wissen wir, wie wichtig eine verlässliche medizinische Ausstattung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten ist. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern möchten wir dazu beitragen, dass die Hilfsgüter dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden“, sagt Prof. Prof. Dr. Dr. Martin Holderried, Medizinischer Geschäftsführer am Klinikum Karlsruhe.
Transport durch "Rosinenbrummis"
Die Stadt Karlsruhe hat die Hilfsaktion gemeinsam mit dem Verein Ukrainer in Karlsruhe organisiert. Die Koordination am Klinikum übernimmt Mitarbeiterin Liliia Muzyka, die sich ebenfalls im Verein engagiert. Gemeinsam mit deren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern konnte auch die Beladung des Lastwagens umsetzt werden. Den Transport übernehmen wieder einmal die „Rosinenbrummis“ der Rosinen-Initiative, die regelmäßig Hilfsgüter in die Ukraine bringen.
Die Transportkosten werden dieses Mal aus Spendenmitteln der Initiative „Karlsruhe hilft“ finanziert. Spenden für die Initiative tragen dazu bei, die Transportkosten weiterer Hilfslieferungen in die ukrainische Partnerstadt zu ermöglichen (Spendenkonto „Karlsruhe hilft“ IBAN: DE10 6605 0101 0108 0777 77, BIC KARSDE66XXX, Verwendungszweck Karlsruhe hilft- Ukraine-Hilfslieferungen)
"Stadt steht zu ihrer Verantwortung"
„Die Stadt Karlsruhe steht zu ihrer Verantwortung für die Partnerschaft mit der Ukraine und mit unserer Partnerstadt Winnyzja. Ich freue mich, dass wir nun erneut Hilfsgüter auf den Weg bringen können und danke allen, die uns hierbei mit Spenden oder durch ihre Mithilfe aktiv unterstützt haben“, so Bettina Lisbach, Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe und Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums.
Winnyzja kommt aufgrund seiner zentralen Lage innerhalb der Ukraine eine besondere Bedeutung bei der Versorgung von Binnenvertriebenen und verwundeten Soldaten zu. Die zusätzlichen Anforderungen bringen die medizinischen Kapazitäten vor Ort zunehmend an ihre Grenzen. Im Rahmen der Städtepartnerschaft stimmen sich Karlsruhe und Winnyzja deshalb regelmäßig über konkrete Unterstützungsbedarfe ab. Die Hilfslieferung ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Städtepartnerschaft durch das gemeinsame Engagement von Stadtverwaltung, Klinikum und zahlreichen Partnerinnen und Partnern mit Leben gefüllt wird.