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Kein Drogenkonsum ist risikofrei

Gedenktag am 21. Juli mit Aktionen auf dem Ludwigsplatz

Gedenktag Drogentote 2025 © Stadt Karlsruhe, PIA, mmg

Lange war die Zahl der Drogentoten rückläufig, doch seit einigen Jahren steigt sie wieder an: Insgesamt 2137 Menschen sind in Deutschland im vergangenen Jahr an ihrem Drogenkonsum gestorben. Anlass zur Sorge machen Fachleuten dabei vor allem die leichte Verfügbarkeit synthetischer Drogen, der zunehmende Mischkonsum und immer jüngere Konsumenten. Auch in Karlsruhe sieht man die Entwicklung mit Sorge, baut jedoch auf ein starkes Netzwerk und Prävention.

Um auf das Schicksal Drogen konsumierender Menschen aufmerksam zu machen, wird seit 1998 der „Internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende“ begangen. Am Montag, 21. Juli, werden die Jugend- und Drogenberatungsstelle der Stadt sowie die Anlaufstelle „getIN“ der AWO von 13 bis 15 Uhr auf dem Ludwigsplatz mit Infoständen präsent sein. Auch Selbsthilfegruppen von Angehörigen stehen für Gespräche bereit. Das Motto des Gedenktages lautet: „Überdosierung und Drogentod können alle Menschen (be-)treffen.“

Konsum nicht risikofrei

Für Cordula Sailer, Drogenbeauftragte der Stadt, stellen die synthetischen Opiate derzeit das größte Problem dar. Die im Labor hergestellten Substanzen haben eine sehr starke, kaum berechenbare Wirkung. Das Risiko für tödliche Überdosierungen ist hoch. Vor allem die leichte Verfügbarkeit über das Internet verschärfe die Situation. Zudem habe man eine Zunahme des Kokainkonsum beobachtet, glücklicherweise sei jedoch Crack – eine besonders potente Form von Kokain – noch nicht spürbar in Karlsruhe angekommen, so die Drogenbeauftragte weiter. Der Konsum könne psychische Krisen und Wahnvorstellungen auslösen, was wiederum mehr Betreuungsbedarf nach sich ziehe und die Hilfesysteme zusätzlich belaste. Insgesamt sind rund 1500 Menschen in Karlsruhe abhängig von Drogen, wobei es eine hohe Dunkelziffer gebe. 600 Drogenkonsumenten sind in einer Substitutionsbehandlung, das heißt sie erhalten eine „Ersatzsubstanz“, die der normalerweise konsumierten Droge ähnlich ist.

Gedenktag Drogentote 2025

Aufklärung und Prävention

Für Philipp Weber, Suchtpräventionsbeauftragter der Stadt, sind Aufklärung und Prävention besonders wichtig – zumal Partydrogen bei jungen Menschen immer beliebter werden. So sei das Einstiegsalter bei Alkohol angestiegen, während bereits 16- und 17-Jährige zu Kokain, Amphetamin, und anderen Substanzen griffen. Kritisch für Weber: In Teilen der Jugendkultur, etwa im Hip-Hop, werde Drogenkonsum verharmlost, das Problembewusstsein sei bei vielen jungen Menschen dementsprechend niedrig. „Es gibt aber keinen risikofreien Konsum“, sagt Weber. Daher wollen die Teams der Suchtprävention gezielt aufklären und besuchen dafür auch Veranstaltungen.

„Wir haben ein gutes, fortschrittliches System und ein starkes Netzwerk verlässlicher Träger“, lobt Karina Langeneckert, Leiterin der Sozial- und Jugendbehörde, die Arbeit der Mitarbeitenden und Träger. Man könne wahrnehmen, was los ist, und entsprechend reagieren, so Langeneckert.

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