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"Karlsruher Modell" bis 2037 gesichert

Neuer Verkehrsvertrag zwischen Land und "Gruppe von Behörden" unterzeichnet

Vertragspartner: OB Dr. Frank Mentrup, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und  Verkehrsminister Winfried Hermann mit den AVG-Geschäftsführern Dr. Alexander Pischon und Christian Höglmeier Vertragspartner: OB Dr. Frank Mentrup, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Verkehrsminister Winfried Hermann mit den AVG-Geschäftsführern Dr. Alexander Pischon und Christian Höglmeier © Georg Hertweck, Stadt Karlsruhe

Mit der Stadtbahn direkt vom Karlsruher Marktplatz in den Nordschwarzwald, nach Germersheim oder in den Kraichgau fahren, dafür steht seit vielen Jahren das "Karlsruher Modell" – und dies wird weiterhin so bleiben. Der Abschluss eines neuen Verkehrsvertrags zwischen der Region und dem Land Baden-Württemberg ermöglicht der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) nun den Weiterbetrieb ihrer Stadtbahnlinien bis zum Jahr 2037.

EU-Wettbewerbsvorgaben eingehalten

Historisch war dabei nicht nur die alte Straßenbahn, mit der die Beteiligten stilecht zur Vertragsunterzeichnung in den Betriebshof Gerwigstraße einfuhren, sondern nach allseitiger Einschätzung auch das Dokument selbst. "Mit diesem Vertrag haben wir das Karlsruher Modell gesichert und vor den Unwägbarkeiten der europäischen Wettbewerbslogik geschützt", sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann, der zugleich durchblicken ließ, dass "hart gerungen und nichts verschenkt wurde".

Ähnlich sperrig, wie die über mehrere Jahre dauernden Verhandlungen wohl waren, ist das Zauberwort für den finalen Erfolg: Die Gründung einer "Gruppe von Behörden" erwies sich letztlich als Lösungsweg, um die strengen EU-Wettbewerbshüter in Brüssel zu überzeugen. Als eine solche Gruppe treten Stadt und Landkreis Karlsruhe, der Landkreis Germersheim sowie die Stadt Heilbronn auf. Durch diesen Zusammenschluss sind sie in der Lage, Schienenpersonenverkehrsleistungen im Netz 7a Los 1 des Landes Baden-Württemberg direkt an die AVG zu vergeben. Dabei handelt es sich um die mit Stadtbahnwagen bedienten Verbindungen, also Fahrten in die Innenstädte von Karlsruhe, Wörth oder Heilbronn. Ergänzend dazu will das Land ab dem Fahrplanwechsel im Dezember weitere Expresszüge auf die Schienen bringen. Diese Züge fahren dann im Stundentakt auf der Kraichgaubahn und alle zwei Stunden aus dem Murgtal direkt zum Karlsruher Hauptbahnhof. Neue Fahrzeuge, kürzere Reisezeiten und dichtere Takte "machen den ÖPNV in der Region noch attraktiver", betonte Hermann.

Arbeitsplätze gesichert

"Ein guter Tag für die Mobilitätswende" sei die Vertragsunterzeichnung nach Ansicht von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup: "Damit sichern wir Hunderte von Arbeitsplätzen und die Betriebsstätten unserer Verkehrsunternehmen". Nun werde man die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen, Kreisen und der AVG fortsetzen, "wir wissen, was wir aneinander haben", sagte Mentrup. Als nächsten Schritt will der OB darauf drängen, dass Stadtbahnverkehre in den Stadtkreisen ebenfalls vom Land gefördert würden, denn die Stadt Karlsruhe könne die "hervorragende Marke Stadtbahn" nicht alleine auf Dauer finanzieren.

"Quantensprung für Verbesserung der Mobilität"

Für Dr. Christoph Schnaudigel, Landrat des Landkreises Karlsruhe, bedeutet der Vertrag "einen Quantensprung bei der Verbesserung der Mobilität". Der Kreis stehe aus historischer Verantwortung für die Förderung des ÖPNV, doch müsse der Bund seinen Verpflichtungen für nachhaltige Investitionen in den Schienenverkehr nachkommen, mahnte Schnaudigel. AVG-Geschäftsführer Dr. Alexander Pischon bedankte sich bei der Politik für das in sein Verkehrsunternehmen gesetzte Vertrauen. „Wir werden das Karlsruher Modell weiter mit Leben erfüllen und in die Zukunft führen", so Pischon

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